Dienstag, 12. Juni 2012

Grußwort aus der Schweiz vom 09.Juni 2012 an die Protestkundgebung der S-Bahner

Grußwort aus der Schweiz
vom 09.Juni 2012 an die Protestkundgebung der S-Bahner und die Delegierten des Berliner SPD Landesparteitages


Liebe Freunde und S-Bahner von Berlin, liebe SPD-Delegierte!

Es sind ziemlich genau vier Jahre vergangen, seit sich die Bahnarbeiter der SBB-Unterhaltswerkstätte in Bellinzona erfolgreich gegen Umstrukturierungen und Privatisierung zur Wehr gesetzt und damit das Unmögliche möglich gemacht haben. Gegen die Managerlogik von Kostensenkungsprogrammen und Stellenabbau schien kein Kraut gewachsen. Seit Jahren und Jahrzehnten fand eine schleichende Deindustrialisierung statt, Betrieb um Betrieb wurde sang- und klanglos abgewickelt und unschätzbare Werte vernichtet, die von früheren Arbeitergenerationen geschaffen worden waren.

Es war darum wie ein Blitz aus heiterem Himmel, als am Morgen des 7. März 2008 die über 400 Arbeiter der Officina von Bellinzona ihren obersten Chef am Reden hinderten und mit Schimpf und Schande zum Teufel jagten. Dann beschlossen sie sogleich den unbefristeten Streik und besetzten das Werk. Einige Tage später erklärte der sozialdemokratische Verkehrsminister Leuenberger, die Regierung verstehe zwar die Enttäuschung und Empörung der Betroffenen. Die Situation von SBB-Cargo sei aber derart ernst, dass „Sanierungsmassnahmen unausweichlich sind. Der Verzicht auf diese Maßnahmen würde die Situation von SBB-Cargo massiv verschlechtern und das Überleben des ganzen Unternehmens in Frage stellen.“

Einmal mehr wurde also der Stellenabbau als unvermeidlicher Sachzwang und der berechtigte Widerstand dagegen als wirklichkeitsfremd hingestellt. Außerdem erklärte SBB-Chef Andreas Meyer – ja, der gleiche Andreas Meyer, der ein paar Jahre vorher als Geschäftsführer der DB Stadtverkehr die Managementverantwortung für die S-Bahnen in Berlin und Hamburg hatte, in dieser Funktion auch im Aufsichtsrat der S-Bahn Berlin saß und eine führende Rolle bei der Planung und Umsetzung des berüchtigten Programms «Optimierung S-Bahnen» (OSB) spielte – dieser Andreas Meyer erklärte den Streik in Bellinzona für illegal und drohte mit einer Schadenersatzklage von einer Viertelmillion Franken pro Streiktag!

Die streikenden Arbeiter liessen sich dadurch nicht einschüchtern und hielten weiterhin das Werk besetzt. Auch in den Verhandlungen mit der SBB-Spitze beharrten sie konsequent auf der Rücknahme des Schliessungsentscheids. Als ihnen darauf die SBB-Direktion mangelnde Kompromissbereitschaft vorwarf und den Kontakt zum Streikkomitee abbrach, antworteten sie mit einer weiteren Massenmobilisierung. Bellinzona erlebte die wohl größte Demonstration aller Zeiten: Mehr als zehntausend Menschen gingen auf die Straße und solidarisierten sich mit den Streikenden. Nun redete niemand mehr von einem illegalen Streik und von Schadenersatzklagen. Der sozialdemokratische Verkehrsminister legte seinen SBB-Chef an die kurze Leine und schlug einen Runden Tisch vor, an dem die Konfliktparteien über die Zukunft des Industriewerks Bellinzona verhandeln sollten. Der Schliessungsentscheid war vom Tisch, die scheinbar in Stein gemeißelten Sanierungsmaßnahmen hatten sich als unnötig, ja sogar unsinnig entpuppt und die Arbeiter hatten gesiegt.

Darum, liebe Freunde und S-Bahner, liebe SPD-Delegierte, lasst euch nicht beirren, wenn man euch erzählt, die Ausschreibung der Berliner S-Bahn sei unvermeidlich. Entscheide sind nie unumstösslich, sie werden von Menschen gemacht und können daher auch jederzeit rückgängig gemacht werden! Gesetze – auch sogenanntes übergeordnetes, europäisches Recht – bedürfen stets der Auslegung, die abhängig ist vom Kräfteverhältnis zwischen den verschiedenen Interessengruppen. Es gibt keine Sachzwänge, die nicht gewollt sind! Lassen wir uns nicht länger Entscheide aufzwingen, die gegen die Interessen und elementaren Bedürfnisse der ganzen Bevölkerung verstoßen! Die Eisenbahn – auch die Berliner S-Bahn! – soll einzig der Beförderung der ganzen Bevölkerung dienen und nicht den Profitinteressen einer kleinen Minderheit!

Das Chaos bei der Berliner S-Bahn ist allgemein bekannt, selbst die Tageszeitungen in der Schweiz berichten immer wieder darüber. Ebenso sind die Ursachen, die zu diesem Chaos geführt haben, ein offenes Geheimnis und brauchen nicht weiter ausgeführt zu werden. Im Falle einer Ausschreibung und Privatisierung würde dieses Chaos nicht kleiner, sondern noch größer. Man braucht sich bloß an die kriminelle Privatisierung der englischen Staatsbahnen zu erinnern. Noch ist es nicht zu spät, eine solche Entwicklung zu verhindern! Es liegt an Euch, liebe Freunde und S-Bahner, das Schicksal der Berliner S-Bahn und damit auch euer eigenes in die Hand zu nehmen! Die Zukunft der S-Bahn liegt in Euren Händen! Mit entschlossenem Handeln und der Unterstützung der Bevölkerung im Rücken habt Ihr die Kraft, die Aus -schreibung und Privatisierung der Berliner S-Bahn zu verhindern! Vergesst dabei nicht die Erfahrung aller erfolgreichen Arbeiterkämpfe: Die Beschäftigten sind nicht deshalb stark, weil die öffentliche Meinung auf ihrer Seite steht. Vielmehr entdeckt die Öffentlichkeit die Arbeiter und steht auf ihrer Seite, wenn diese zuvor ihre eigene Stärke zum Ausdruck gebracht haben.

Die Mächtigen in Politik und Wirtschaft reden der Öffentlichkeit ein, es führe kein Weg an der Teilausschreibung der Berliner S-Bahn vorbei. Wie die Dinge heute stehen, wird es darum notwendig und unumgänglich sein, dass die Berliner S-Bahn eine Zeitlang überhaupt nicht mehr fährt, damit sie in Zukunft wieder regelmäßig und zur Zufriedenheit der Bevölkerung fahren kann, wie sie es jahrzehntelang getan hatte, bevor sie von verantwortungslosen Managern kaputt gespart wurde! Rebellion ist berechtigt! Widerstand dem System der Privatisierung, Prekarisierung, Leiharbeit und Ausbeutung! Niemand ist machtlos im Kampf gegen Ausbeutung und Unrecht! Es leben die, die kämpfen!

Rainer Thomann vom Unterstützungskomitee „Officina Bellinzona“ und 'Netzwerk Arbeitskämpfe' - Schweiz

Montag, 11. Juni 2012

Solidarität mit den Berliner S-Bahn-Fahrern!

Donnerstag, 7. Juni 2012

Solidaritätserklärung aus Japan an die Berliner S-Bahn-Fahrer

Für den 9.Juni 2012 hat der Aktionsausschuss 100% S-Bahn eine Protestkundgebung vor dem Parteitag der Berliner SPD angekündigt (Ort: Estrel-Hotel am S-Bahnhof Sonnenalle).
Aus Japan traf von der kämpferischen Eisenbahnergewerkschaft Doro-Chiba (es handelt sich auch gewissermassen um S-Bahner) folgende Solidaritätserklärung ein.
An unsere Kolleginnen und Kollegen in Berlin! 
An die Protestkundgebung der S-Bahner am 9. Juni vor dem Parteitag der Berliner SPD!

Wir, „Internationales Arbeitersolidaritätskomitee von Doro-Chiba“, senden Euch über die Grenzen der Länder und der Kontinente hinweg unsere herzlichen und solidarischen Grüsse. 

Die Weltwirtschaftskrise verschärft sich und spitzt sich zu. Weltweit gibt es mehr als 200 Millionen Arbeitslose, Tendenz steigend. Unter dieser Situation sehen wir uns alle, überall immer mehr den Angriffen der Unternehmen ausgesetzt, deren Politik ausschlieslich auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist. Das ist der Neoliberalismus und der ist äußerst unmenschlich.

Arbeiter auf der ganzen Welt haben den Ernst der Lage begriffen, und setzen sich entschlossen gegen diesen tobenden Neoliberalismus zur Wehr. Sie verleihen ihrer Wut Ausdruck durch die Occupy-Bewegung, Aufstände, und die Revolutionen in Tunesien und Ägypten. Auch in Europa, besonders in Griechenland, fanden mehrere Generalstreiks statt.

In Japan wurde mit der Aufteilung und Privatisierung der Japanischen Staatsbahn (JSB) von 1987 eine gesamtwirtschaftliche neoliberale Offensive eingleitet. Als Ergebnis dieser Offensive wurden 39% aller japanischen Arbeiter (20 Millionen Menschen) in Zeitarbeit und teilweise bis an die Armutsgrenze gedrängt, die Zahl der Sozialhilfeempfänger übersteigt 2 Millionen. Seit mehr als 10 Jahren begehen jedes Jahr mehr als 30,000 Menschen Selbstmord.

Gerade deshalb vergessen wir nie die Aufteilung und Privatisierung der JSB und kämpfen immer noch und seit Jahrzehnten dagegen.
Im März letzten Jahres ereignete sich ein schlimmster Supergau in Japan. Seither wird eine neue japanische Anti-AKW-Massenbewegung aufgebaut, die auf breiter gesellschaftlicher Basis den Kampf mit der Atomindustrie aufnimmt. Wir sind sicher ,dass dies ein wichtiges Moment für Wiederbelebung klassenorientierter Arbeiterbewegung wird. Das komplette Outsoucing von Bahndiesten wird durch die Bahnbetreibergesellschaft schon in diesem Herbst geplant. Wir werden es aber verhindern und bis zu unserem endgültigen Sieg weiter kämpfen!

Der Kampf vom „Aktionsausschuss 100% S-Bahn“ nimmt ein sehr wichtiges Kettenglied der weltweiten Arbeiterkämpfe ein. Wir unterstützen uneingeschränkt eure Forderungen! Besonders eure Losung „Widerstand dem System der Privatisierung- Zerschlagung- Prekarisierung-Leiharbeit-Ausbeutung!“ ist zieltreffend und beeindruckt uns sehr!

Stopp von Privatisierung und Outsourcing!
Abschaffung prekärer Arbeit!
Stilllegung aller AKWs!
Wiederbelebung kämpfender Gewerkschaften!
Schaffung eines weltweiten Netzwerks kämpfender Gewerkschaften und Arbeitergruppen gegen den Neoliberalismus!
Lasst uns die mächtige internationale Solidarität über Kontinente hinweg aufbauen!

6. Juni 2012

Hiroyuki YAMAMOTO, Geschäftsführer des Internationalen Arbeitersolidaritätskomitees von Doro-Chiba

siehe auch:
http://aktionsausschuss.blogspot.de/

Donnerstag, 31. Mai 2012

AUFRUF ZUR PROTESTKUNDGEBUNG AM 09.JUNI 2012!

vom Aktionsausschuss 100% S-Bahn:
Bei der Protestkundgebung geht es neben der öffentlichen Darstellung unserer Interessen als Beschäftigte der Berliner S-Bahn auch um die dementsprechende Einflussnahme auf die Delegierten des Berliner SPD Parteitages. Neben der bereits laufenden Unterschriftensammlung bei der Berliner S-Bahn für eine Gesamtbetriebsversammlung während der Arbeitzeit - falls der Berliner Senat eine Ausschreibung der S-Bahn beschliessen sollte - geht es am 09.06. auch darum, allen S-Bahnerinnen und S-Bahnern eine weitere Möglichkeit zu geben, mit der wir gemeinsam und alle Bereiche übergreifend aktiv gegen die Ausschreibung der Berliner S-Bahn und die damit einhergehende Ausschreibung unserer Arbeitsplätze ankämpfen können.

Wir rufen dazu auch unsere Kolleginnen und Kollegen aus anderen Betrieben auf, die bereits von der Privatisierung, Zerschlagung und Prekarisierung betroffen bzw. davon bedroht sind.

http://aktionsausschuss.blogspot.de/2012/05/aufruf-zur-protestkundgebung-am-09.html

Soli-Erklärung des Aktionsausschusses 100% S-Bahn an Doro-Chiba/Japan


Internationale Solidariät mit unseren Japanischen Kolleginnen und Kollegen!

Es sind nicht nur wir Beschäftigte bei der Berliner S-Bahn, die sich für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze engagieren. Weltweit gehen Eisenbahnerinnen und Eisenbahner auf die Strassen, befinden sich im Streik oder besetzen ihre Betriebe für eine sichere, erträgliche und bessere Zukunft. Für sich und ihre Familien.

So auch unsere japanischen Kolleginnen und Kollegen der bereits privatisierten Japanischen Staatsbahn. Erhobenen Hauptes kämpfen sie gegen die Privatisierung der Staatsbahn, für die Wiedereinstellung aller 1047 entlassenen Arbeiter, die Wiederbelebung kämpferischer Gewerkschaften und die Schaffung eines weltweiten Netzwerkes kämpfender Gewerkschaften gegen den Neoliberalismus.

In enger Verbundenheit mit unseren Kolleginnen und Kollegen der Gewerkschaft Doro-Chiba, die als erste japanische Gewerkschaft nach der Atomkatastrophe in Fukushima gegen die Verschleierung und Verharmlosung der Katastrophe durch die japanische Regierung, für die Abschaltung aller Atomkraftwerke auf die Straße gingen, schicken wir ihnen als Berliner S-BahnerInnen solidarische Grüße zur landesweiten Kundgebung der kämpfenden Eisenbahner am 10.Juni 2012 in Tokio.

weiter lesen:
http://aktionsausschuss.blogspot.de/2012/05/internationale-solidariat-mit-unseren.html

Freitag, 25. Mai 2012

Solidarität mit den Arbeitern von Ssangyong!

2009 wurde in Süd-Korea in Pyoentaek einer der härtesten Arbeitskämpfe der letzten Jahre geführt.
http://tinyurl.com/cj9cfa9
Heute, drei Jahre später, ist Ssangyong Motorwerke an einen indischen Shareholder verkauft, alle Verhandlungsergebnisse (die ohnehin dürftig waren, wurden gebrochen und der Führer des spektakulären Kampfes sitzt bis zum heutigen Tag im Gefängnis.
22 Tote kostete dieser von Seiten des Staates und der Konzerneigentümer brutal geführte Kampf.
Am 24.5.2012 fand im IGM-Haus in Berlin eine Solidaritätsveranstaltung unter Anwesenheit koreanischer Gäste statt.
Der Kampf um Ssangyong ist noch nicht beendet.
Alle Zusagen der Unternehmer wurden gebrochen, 100 Streikteilnehmer sind bis heute inhaftiert.
Es wird Zeit für eine breite internationale Solidaritätskampagne. Die Veranstaltung vom 24.5.2012 stellt den Auftakt dar.
Englische Informationen hier:
http://kmwu.kr/en/

Mittwoch, 9. Mai 2012

Solidarität mit TSTG Schienentechnik GmbH

Liebe KollegInnen,

anlässlich der Soliaktion am Freitag in Linz für die Beschäftigten von TSTG (10.00 Uhr vor der Voestalpine-Zentrale, Voestalpine-Str. 3) suchen wir noch UnterstützerInnen für die folgende
Solidaritätserklärung. Diese kann von Einzelpersonen und
Organisationen unterzeichnet werden.

Angesichts der Haltung des TSTG-Betriebsrats, die das Werk durch
Weiterarbeit und Überschichten abwickeln wollen, und angesichts der Tatsache, dass in der Belegschaft zunehmend Unruhe herrscht und Unzufriedenheit mit diesem Kurs, finden wir es wichtig, ein Signal der Unterstützung für entschlossene Gegenwehr auszusenden.

Mit solidarischen Grüßen


Projekt "Schienenfreunde"
www.netzwerkit.de/tstg

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Liebe Kolleginnen und Kollegen der TSTG Schienentechnik GmbH,

wir sind Beschäftigte und betrieblich Aktive aus verschiedenen
Branchen in Deutschland und Österreich. Wir protestieren gegen die
Pläne des Konzerns Voestalpine, das Duisburger Schienenwerk von TSTG
bis Jahresende zu schließen und solidarisieren uns mit all Euren
Arbeitskampfmaßnahmen.

Um sich maximale Profite im Schienengeschäft zu sichern, hat
Voestalpine zuerst mit anderen europäischen Schienenherstellern ein
illegales Kartell gebildet. Nachdem dieses aufgeflogen ist, will
Voestalpine das Werk in Duisburg schließen und die Beschäftigten
entlassen, um seine Profite zu steigern. Die Aktionäre von Voestalpine
und ihre Henker im Vorstand und Management kennen weder Moral noch
Menschlichkeit; sie kennen nur Profitgier.

Aus den Erfahrungen vieler Arbeitskämpfe in Europa in den letzten
Jahren wissen wir: Wirklich erfolgreich sind wir in unserem Kampf nur,
wenn wir es schaffen, das Unternehmen unter Druck zu setzen.
Voestalpine kann dazu gezwungen werden, die Schließungspläne
zurückzunehmen, z.B. wenn die Kosten für dieses Vorhaben zu hoch
werden. Ein Weg hierhin können z.B. Arbeitsniederlegungen der
Beschäftigten sein.

In diesem Kampf habt Ihr unsere volle Unterstützung.

Mit kollegialen Grüßen

Donnerstag, 3. Mai 2012

Unterschriftenkampagne für die Freilassung von Reza Shahabi

http://iran-arbeiterbewegung-info.blogspot.de/2012/04/unterschriftenkampagne-fur-die.html

Donnerstag, 19. April 2012

Reza Shahabi zu 6 Jahren Haft und anschließendem 5-jährigem Verbot gewerkschaftlicher Betätigung verurteilt

Nach mehr als 22 Monaten Haft und Quälerei hat Richter Salavati von der Abteilung 15 des Teheraner Revolutionsgerichts Reza Shahabi zu 6 Jahren Haft verurteilt. Das Urteil besteht aus einer einjährigen Haftstrafe wegen "Propaganda gegen das System" und fünf Jahren Gefängnis, begründet durch die falsche Anschuldigung der "Verschwörung mit der Absicht zu Handlungen gegen die nationale Sicherheit". Aufgrund der Tatsache, dass im Grunde die Vorwürfe absurd und gegenstandlos sind, offenbart dieses Urteil die arbeiterfeindliche Natur des Gerichtes. Shahabi hat sich einzig und allein für die Verteidigung und Einforderung seiner legitimen Rechte und die anderer Arbeiter eingesetzt. Im Hinblick auf Shahabi´s sehr kritischem Gesundheitszustand, der sogar durch Gerichtsmediziner bestätigt wurde, ist jeder einzelne Tag im Gefängnis nichts anderes als physische Folter für Shahabi.
In diesem Urteil wurde Reza Shahabi, Vorstandsmitglied und Schatzmeister der Busfahrergewerkschaft Vahed, zu fünf Jahren Verbot der gewerkschaftlichen Aktivität verurteilt worden. Das Urteil strebt das Ziel an, Shahabi zum Schweigen zu bringen.
Außerdem ist Shahabi zur Auszahlung von 7 Millionen Toman an die Staatskasse verurteilt worden. Hierbei geht es um das Geld, das von Arbeitern als Spende für die Familien der inhaftierten Arbeiter gesammelt worden war. Bei der Spendenaktion war Shahabi der Vertraute der Arbeiter und hat das Geld bereits an die Familien weitergegeben. Die Namen der Spender wurden im Internet veröffentlicht.
In solch einer Situation, wo solche Urteile gegen die Arbeiter und Arbeiteraktivisten gefällt werden, tritt die iranischen Regierung in internationalen Instanzen, wie die Internationale Arbeitsorganisation, auf und behauptet, dass kein Arbeiter oder Arbeiteraktivist im Iran inhaftiert sei.
Das "Komitee für die Verteidigung von Reza Shahabi" appelliert in Vertretung seiner 500 Mitglieder, bestehend aus den Shahabi-Familienmitgliedern, Arbeiter und Arbeiteraktivisten, an alle ArbeiterInnen und Arbeiteraktivisten, inländische und internationale Arbeiterorganisationen vereint für die Aufhebung des Urteils gegen Shahabi zu handeln.

Das Komitee für die Verteidigung von Reza Shahabi Erklärung Nr. 26, 14.04.2012
www.k-d-shahabi.blogspot.com k.d.shahabi@gmail.com
Sprecher des Komitees: Mahmoud Salehi +98 918 874 710 4

Danketsu Blog

Internationale Kurznachrichten zu Arbeits- und Arbeiterkämpfen. Inspiriert von der japanischen Eisenbahnergewerkschaft Doro-Chiba

Danketsu

Das japanische Wort "Danketsu" bedeutet wörterbuchmässig übersetzt "Solidarität". Wie aber so oft hat das japanische Wort in der japanischen Sprache selbst eine noch viel komplexere Bedeutung, etwa im Sinne des Wahlspruchs der 3 Musketiere aus Alexander Dumas Roman: "Einer für alle! Alle für einen!"

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nemetico - 14. Jun, 14:21

Klassenorientierte Arbeiterbewegung

Die Schaffung und Verbreiterung einer internationalen klassenorientierten Arbeiterbewegung ist ein Ziel der kämpferischen Eisenbahnergewerkschaft Doro-Chiba in Japan. Dies bedeutet unter anderem: (1) Arbeits- und Arbeiterkämpfe dürfen niemals sektoriell, kulturell, ethnisch oder national isoliert und eingegrenzt bleiben. Über alle diese (letztlich künstlichen) Grenzen hinweg muss Solidarität (Danketsu) praktiziert werden. (2) die Gesamt - Interessen aller Menschen, die nur Besitzer blosser Arbeitskraft als Produktionsfaktor sind (60-80% der Bevölkerung etwa in Ländern wie Deutschland oder Japan), also wissenschaftlich formuliert der Klasse des Proletariats, müssen stets im Vordergrund sein. (3) Es ist von einer Unversöhnlichkeit der Interessen von Kapital und Arbeit auszugehen. (4) Es gilt die unmittelbare und direkte Solidarität (Danketsu) zwischen den zahllosen Segmenten dieser Klasse weltweit ständig zu erzeugen und zu verbreitern.

Berliner Solidaritätskomitee mit den Werktätigen in Japan

Am 11.10.2011 riefen 4 Gründungsmitglieder das Berliner Solidaritätskomitee mit den Werktätigen in Japan ins Leben. Ziel des Komitees ist die Schaffung zahlreicher Kontakte zwischen deutschen und japanischen gewerkschaftlichen Aktivisten (wobei gewerkschaftliche Aktivisten keineswegs etwa auf formale Mitglieder von Teilorganisationen etwa des DGB begrenzt ist). Dieser Blog hier (Danketsu-Blog) ist allerdings nicht nur einseitig auf deutsch-japanische Arbeitersolidarität ausgerichtet, sondern nahm von Anfang an auch Kurzmeldungen über Arbeitskämpfe aus anderen Teilen der Welt auf. Damit realisieren wir auch auf beste Weise, was ein zentrales Anliegen der japanischen Doro-Chiba ist: Schaffung einer weltweit miteinander vielfältig vernetzten klassenorientierten Arbeiterbewegung; Danketsu erzeugen und immer weiter verbreitern.

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Meldungen im Danketsu-Blog

Soweit es in unseren Möglichkeiten steht, veröffentlichen wir jede uns bekannt gewordene Meldung über Arbeits- und Arbeiterkämpfe, ohne Rücksicht darauf, von welchen politischen Kräften diese Kämpfe geführt werden. Unser Prinzip heisst Klassensolidarität, also Solidarität aller Menschen, die Besitzer blosser Arbeitskraft sind.

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