Griechenland

Montag, 17. Juni 2013

Proteste in Griechenland

+++ weitergeleitet +++



Datum: Thu, 13 Jun 2013 17:39:07 +0200

Hallo,

ein paar Eindrücke für Euch aus der besetzten öffentlich-rechtlichen Rundfunkzentrale des ERT in Athen.

Heute hat hier im Nordosten Athens, vor der Zentrale des
öffentlich-rechtlichen Rundfunks ERT, parallel zum ausgerufenen
Generalstreik, eine Großkundgebung stattgefunden. Für 12 Uhr war dazu aufgerufen, schon vor 12 Uhr waren die breiten Straßen und Plätze um die ERT-Zentrale voll. Ihr findet im Anhang ein schönes Foto, von der Seite www.left.gr (auch so ein Syriza-Projekt). Die Kundgebung, die sich jetzt zerlaufen hat, war ein großer Erfolg, sagen die Leute hier. Man hört oft, dass nach den in letzter Zeit eher vereinzelten Kämpfen (Metroarbeiter, Lehrer), denen ja sehr repressiv begegnet wurde, hier wieder etwas Großes hochgekocht ist. Die Bewegung auf der Straße ist
wieder da. Mal sehen, wie lange sie durchhält.

Der Generalstreik aber war so lala erfolgreich, ist mein Eindruck: es haben wohl die Leute vom öffentlichen Nahverkehr gestreikt, ein großer Teil der privaten Medien und Journalisten, wohl auch z.T. Beschäftigte an den Flughäfen - aber in der Athener Innenstadt soll man es kaum bemerkt haben (wir sind ja hier einige Kilometer vom Zentrum entfernt).
Dafür aber sind wohl selbst relativ kleine Radiostationen von ERT, die im Land verstreut sind, seit Dienstag besetzt. Ein Journalist hier berichtete davon, dass in der Stadt Yanena, in Nordgriechenland, z.B. 300-500 Leute eine Station besetzt hätten, in der gerade mal 4
Radiobeschäftigte arbeiten.

Die Situation derzeit hier in Athen: die Besetzung läuft weiterhin sehr gut. Tagsüber, v.a. ab dem späten Nachmittag strömen die Leute hier verstärkt auf das Gelände; dann sind es sicher mal so 2.000-3.000. Nachts immer noch einige Hunderte. Im Rundfunkgebäude steht die ganze Infrastruktur und ständig wuseln Hunderte von Leuten durcheinander. Vor dem Gebäude, das weitflächig umzäunt ist, sind etliche Sendewagen
aufgebaut und es gibt natürlich das ganze hervorragende technische Equipment, um Tag und Nacht hier mit Programm den gesamten Platz und die Nachbarschaft zu beschallen. Draußen wird 24 h lang Programm organisiert: viel Livemusik, Sänger - mit viel Protestliedgut aus der Zeit gegen die Militärdiktatur, was die Leute begeistert mitsingen. Das bringt viel Spirit.

Die Mannschaft von ERT sendet nach wie vor 24 h live und streamt das Ganze über diverse Internetportale, u.a. das der kommunistischen Partei und der Europäischen Rundfunkunion EBU www.ebu.ch, ins Netz. Politiker aller linken Oppositionsparteien, Aktivisten aus Basisgruppen, Gewerkschafter etc. geben sich 24 h lang die Klinke in die Hand, um im provisorischen Studio aufzutauchen. Das Programm (z.b. auch mal ein
Konzert des ERT-Orchesters, das im Gebäude zusammenfindet) wird hier u.a. auf große Leinwände nach draußen übertragen.

Allerdings hat Ministerpräsident Antonis Samaras heute den Portalen, die ERT streamen, mit Sanktionen gedroht. Die message ist klar: die Sendungen soll gekappt werden. Gestern hatte Samaras am späten Nachmittag einen Auftritt vor Industriellen. Er hat nochmal die Entscheidung, den öffentlich-rechtl. Rundfunk zu schließen, bekräftigt und v.a. die Gewerkschaften scharf attackiert, weil sie immer streikten, wenn ausländische Politiker zu Besuch kämen bzw. weil sie nie über die hoffnungsvollen Entwicklungen in Griechenland berichteten (mh, welche er
damit wohl meinte?). Besonders "schön": kurz darauf war die
Liveübertragung des Spiels der Basketballer von Olympiakos and
Panathinaikos auf dem privaten Sender Skai-TV zu sehen - der hat direkt von der Schließung des ERT profitiert und die Übertragungsrechte abgestaubt. Der Präsident von Panathinaikos, so weit ich mich recht erinnere, hat es schön auf den Punkt gebracht, in dem er meinte, Skai habe, ohne etwas dafür tun zu müssen, ein großes Geschenk von der Regierung bekommen.

Zum Charakter der Bewegung: hier ist Jung & Alt auf den Beinen,
Gewerkschaften, die Bewegung von den Plätzen, Anarchisten, die linken Oppositionsparteien (Syriza ist hier unglaublich stark mit Partei- und Abgeordnetenapparat vertreten und vorbildlich für Tag- und Nachtschichten eingeteilt :-)) und man hört immer wieder, wie erstaunlich es sei, dass hier auch die kommunistische KKE bzw. ihre Gewerkschaft PAME dicht an dicht mit Syriza und den Anarchisten auf dem besetzten ERT-Gelände stehen. Die Basisstrukturen der Bewegung von den Platzbesetzungen haben hier übrigens den Rundfunkbeschäftigten ordentlich techn. Schützenhilfe gegeben, um das Livestreaming hinzubekommen bzw. zu zeigen, wohin man streamen kann. Hier geht also
einiges zusammen.

Was sich im Parlament tut: Samaras und die Nea Demokratia hatten ihre Koalitionspartner Pasok und Dimar ja nicht über die handstreichartige Schließung von ERT unterrichtet. Die Vorsitzenden von Pasok und Dimar haben sich gestern zum Krisengespräch getroffen und die Schließung kritisiert. Noch ist nicht klar, ob sie darüber die Koalition platzen lassen werden. Allerdings hört man, dass sich die Dimar über diese Frage
intern gerade zerlegt. Wenn nur die Dimar aussteigt, könnte Samaras mit einem winzigen Stimmenvorsprung theoretisch weiter regieren. Allerdings wäre dann auch die Frage, ob nicht auch die Pasok aussteigt.

Montagabend jetzt soll nun dass von der Pasok und Dimar eingeforderte Gespräch mit Samaras stattfinden. Sie haben den Termin zeitlich just auf die große Kundgebung und Rede gelegt, die am Montag Tsipras für Syriza auf dem Syntagmaplatz halten wird (die war schon länger geplant). Auch erst am Montag wird im Parlament nochmal über ERT debattiert. Sie strecken das ganze also zumindest bis über das Wochenende - vielleicht auch, um zu sehen, ob die Bewegung hier so lange durchhält. Ob und wie
die Polizei eingreifen wird, ist derzeit unklar. Sie sind wohl schon ein paar Mal aufgezogen (man sieht sie von hier aus ehrlich gesagt nicht), aber bisher ist hier nichts passiert. Wenn sie hier räumen, wird das allerdings gar nicht schön, das ERT-Gebäude ist riesig, überall Leute, da gibt es große Befürchtungen ob der geschlossenen räumlichen Gegebenheiten und der Brutalität der Polizei.

Warum Samaras hier so agiert, ist Feld vielfacher Spekulationen: Fühlt er sich so stark, um Neuwahlen zu riskieren, denn in allen Umfragen bis zu ERT führte er mit der ND (jetzt allerdings soll Syriza die ND als
stärkste Kraft angeblich überholt haben, das konnte ich aber nicht
verifizieren)? Will er ein Zeichen in Richtung EU senden, dass die ihm wiederum entgegen kommen sollen, weil er selbst mit dem Rücke zur Wand steht, nachdem die Gasprivatisierung kurzfristig gescheitert ist? Eines ist jedenfalls sicher: die Rede von Neuwahlen macht hier auch schon bis in die konservative Presse die Runde und Samaras setzt rhetorisch weiterhin auf Konfrontation. Es gibt ja auch die Spekulation, und zwar
nicht nur von Verschwörungstheoretikern, er könne perspektisch
einplanen, auch mit einem Teil der neofaschistischen Chrysi Avgi zu koalieren.

Zu Neuwahlen sagt Syriza hier: wir sind vorbereitet (tatsächlich ackern sie ja hier wie verrückt an ihren Kurz- und Langfristprogrammen) - aber wenn ich hier eines lernen durfte, dann ist es, dass Vorhersagen in Griechenland was Wahlausgänge angeht, gar nicht mehr möglich sind. Und was passieren würde, wenn Syriza hier mit einer Koalition an die Macht
käme wäre Stoff für eine viel längere Mail. Was man aber miterlebt:
diese Gesellschaft hier erlebt eine immer weiter fortschreitende
Polarisierung.

So, mit diesen Eindrücken aus Athen einen Gruß in die Runde. Wenn Ihr Euch noch mehr informieren wollt und leider auch kein Griechisch könnt, geht das u.a. hier:

http://www.enetenglish.gr/ (guter Liveticker zur ERT-Besetzung, aber erst ab morgen wieder, es wird ja gestreikt)

http://www.ekathimerini.com/ (das FAZ-Pendant Griechenlands, hat eine englische Onlineausgabe)

Livestream v. ERT u.a. auf www.ebu.ch - ist zwar auf Griechisch, aber immer mit Livestreamkamerabildern vom Platz vor dem Gebäude und auch sonst interessant

(od. regelmässig meine Texte auf taz.de :-) wobei unsere Autorensuchfunktion nicht geht & ihr mit dem wort "athen" suchen müsst

Eva



Zu den Verbindungen zwischen Athen und Istanbul: bereits zum Alter Summit hier sind die Geschehnisse in Istanbul natürlich aufmerksam verfolgt worden und es kam die Frage auf, ob der Funke von Istanbul wieder hierher rüberspringt. "Dank" Samaras ist es ja dann auch passiert - was das Durchregieren angeht, scheint aber auch bei Samaras der Erdogan-Funke übergesprungen ...

Donnerstag, 1. März 2012

Demokratie unter Beschuss: Streikende aus Griechenland berichten

Dienstag, 13. März 2012, 18.00 Uhr
im IG Metall Haus
Alte Jakobstraße 149, 10969 Berlin


Arbeitskämpfe und Solidarität gegen das Diktat von EU und Finanzmärkten

EU-Kommission, EZB und IWF haben mit historisch beispiellosem Druck die massive Einschränkung von Arbeitsrechten zur Bedingung gemacht.
Die Entlassung von 150 000 Beschäftigten aus dem Öffentlichen Dienst, die Senkung des Mindestlohns und die Zerschlagung des Sozialstaates hat auf die Menschen in Griechenland dramatische Auswirkungen:
Die Hälfte der Jugendlichen hat keine Arbeit, und wenn, dann zu Niedrigstlöhnen. Die Renten wurden auf zwei Drittel zusammengestrichen und sollen noch weiter sinken, ebenso wie der Mindestlohn. Den Krankenhäusern gehen die Medikamente aus.

Was passiert mit 'unserem' Geld?
Elmar Altvater schreibt in der Züricher 'WOZ' (23.2.2012):
"Am gleichen Tag, an dem die Troika vom griechischen Parlament eine zusätzliche Kürzung der Sozialausgaben für RentnerInnen in Höhe von
325 Millionen Euro verlangte, gab die
Deutsche Bank, bei der Griechenland verschuldet ist, als Folge eines Rechtsstreits die Zahlung von 800 Millionen Euro an die Witwe und andere ErbInnen des verstorbenen Medienmoguls Leo Kirch bekannt.
Woher kommt denn das Geld, das die Deutsche Bank der Umverteilung nach ganz oben widmet? Auch aus den Renditen griechischer Staatsanleihen von bis zu dreißig Prozent, die in ihre Tresore gespült worden sind. ..."
"Ein Prozent der Europäer besitzt heute ein Geldvermögen in Höhe von mehr als10 Billionen Dollar. Das ist mehr als das Doppelte aller Staatsschulden der fünf Krisenländer Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien. Würden die Vermögen aller Dollar-Millionäre mit einer Quote von 50 Prozent einmalig besteuert, dann wären ALLE Schulden auf dem Planeten Erde getilgt." (Zeitschrift lunapark21)

Die Tarifautonomie und die Demokratie in Griechenland wird faktisch ausgehebelt. Gegen die Diktatur der Finanzmärkte wehren sich die GriechInnen an allen Fronten: Mit Demonstra tionen, Streiks und Besetzungen. Seit Monaten befinden sich die Arbeiterinnen und Arbeiter des Unternehmens "Griechische Stahlindustrie" im Dauerstreik als Antwort auf Massenentlassungen und Erpressungen seitens des Arbeitgebers. Die Belegschaft von Eleftherotypia, einer der bekanntesten griechischen liberalen Zeitungen streikt seit Dezember. Sie beschlossen die Zeitung in Selbstverwaltung zu produzieren. Selbst ein Krankenhaus wurde von den Beschäftigten in Selbstverwaltung übernommen.

Solidarität mit diesen Kämpfen liegt in unserem eigenen Interesse!

Wir haben Gewerkschafts-AktivistInnen aus Griechenland eingeladen:
- einen Kollegen aus dem seit vier Monaten bestreikten Stahlwerk "Elliniki Chalywurgia"
- die Journalistin Daskalopoulou aus der Zeitung 'Eleftherotypia'
- Professor Kapsalis vom wissenschaftlichen Institut der griechischen Gewerkschaften Daneben haben wir die Zusage von
- Dierk Hirschel (ver.di Vorstand, Betriebsleiter Wirtschaftspolitik)
- Gregor Kritidis (Sozialwissenschaftler)

Wir wollen über die Herausforderungen diskutieren, die die Eurokrise in Griechenland und bei uns für die Gewerkschaften bedeutet. Auch Aktive aus Arbeitskämpfen in Deutschland sind eingeladen.

Veranstaltende: Real Democracy Now! Berlin/GR Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall Verw.St. Berlin ver.di Fachbereich Medien, Kunst und Industrie, Berlin-Brandenburg Bündnis "Wir zahlen nicht für eure Krise" Berlin Unterstützt von der Rosa Luxemburg Stiftung und der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt

Montag, 27. Februar 2012

„Heute Griechenland, morgen wir – Nein, zu Merkels Spardiktat!“

Aktuelle Meldung des ver.di Bezirks Berlin:
Aufruf zur Protestkundgebung vor dem Bundestag:

Hiermit rufen wir alle Kolleg/innen auf, sich an der Protestkundgebung am 27.02.2012 um 14.30 Uhr an der Ebertstr/Scheidemannstr.
(direkt vor dem Bundestag) gegen die Verabschiedung der so genannten Griechenlandhilfe in einer Sondersitzung des Deutschen Bundestages zu beteiligen.

Mit beigefügten Flugblatt des ver.di Bezirks Berlin werden sich Kolleginnen und Kollegen an der Kundgebung beteiligen.
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Am 27. Februar 2012 will die Regierung Merkel in einer Eilabstimmung das zweite Griechenland-Paket durch den Bundestag bringen, d. h. weitere Milliarden staatlicher Gelder für die Rettung von Banken und Investmentfonds gewährleisten.
Das griechische Volk wird dagegen unter dem Diktat der Troika aus EU, EZB und IWF und von der griechischen Regierung zu einem historisch einmaligen sozialem Verelendungsprogramm verurteilt.
In diesem Zusammenhang erinnern wir an den Beschluss des 3. ver.di Bundeskongresses, der vom 18. bis zum 24. September 2011 stattfand:
"Der Bundeskongress lehnt es ab, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Rentnerinnen und Rentner sowie Arbeitslose die Zeche der großen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise zahlen. (. . .)
Der Bundeskongress verurteilt die Sparauflagen für die südeuropäischen Schuldnerstaaten und fordert ihre Rücknahme.
Er fordert die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, sich für ein sofortiges Ende der ökonomisch und sozial schädlichen Sparpolitik in den Schuldnerländern einzusetzen.“

Im März wird über den beliebig erweiterbaren Rettungsschirm ESM im Bundestag abgestimmt, mit dem der Fiskalpakt verbunden ist. Der ESM soll „dauerhaft“ „fresh money“ für die Rettung der Spekulationsgewinne garantieren – und ist faktisch jeglicher parlamentarischen Kontrolle und damit demokratischer Legitimation entzogen.
Nur die Länder, die den Fiskalpakt ratifiziert haben, können den ESM-Rettungsschirm in Anspruch nehmen. Er gibt den EU-Institutionen weitere Eingriffsrechte in die öffentlichen Haushalte. Die nationale Souveränität und Demokratie werden weiter ausgehöhlt.

Nach Berechnungen des DGB bedeutet der von allen Euro-Staaten zwingend geforderte Schulden- und Defizitabbau für Deutschland zusätzliche Sparmaßnahmen von 30 Mrd. Euro pro Jahr.
Das hat Finanzminister Schäuble veranlasst, sofort ein weiteres noch drastischeres Sparpaket in alle drei sozialen Sicherungssystemen zu fordern: beim Gesundheitsfonds sowie bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung.
Ebenfalls im Namen der Schuldenbremse, der „leeren Kassen“, sprechen die öffentlichen Arbeitgeber den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst das Recht auf die Forderung nach „kräftigen Reallohnerhöhung“ ab – und das nach jahrelangem Reallohnverzicht.
Zu Recht warnt Claus Matecki, DGB-Vorstandsmitglied: „Die Schuldenbremse wird zu einer kommunalen Schuldenfalle, sie wird dazu führen, dass große Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge nicht mehr aufrechterhalten werden können“.
Tatsächlich sind die Auflagen der Troika aus EU, EZB und IWF ein Frontalangriff auf alle arbeitenden Menschen und Völker Europas.

Solidarität mit dem griechischen Volk heißt für uns:
Nein zum Sozialkahlschlag gegen das griechische Volk,
Nein zu ESM und Fiskalpakt.

V.i.S.d.P. ver.di Berlin, Roland Tremper; Köpenicker Str. 30; 10179 Berlin

Montag, 6. Februar 2012

Klinikpersonal in Kilkis/Nordgriechenland beschließt Krankenhausübernahme unter Arbeiterkontrolle

Die Ärzte, Schwestern, Pfleger und das andere Personal des Allgemeinen Krankenhauses von Kilkis/Griechenland haben auf einer Belegschaftsversammlung der Klinik in einer Entschließung erklärt, daß die Probleme des Nationalen Gesundheitssystems (ESY) Folgeprobleme der neoliberalen Globalisierung und der durch sie inspirierten arbeiterfeinlichen Politik der Regierung sind und daher nicht durch immer neue spezifische Forderungen aus dem Gesundheitssektor gelöst werden können. Notwendig sei eine umfassende Antwort. Sie beantworteteten deshalb die Regierungspolitik mit einer Klinikbesetzung und der Übernahme des Krankenhauses in Arbeiterkontrolle und in vollständige Selbstverwaltung. Die Beschäftigtenversammlung wird das höchste beschlußfassende Organ sein.

Die Belegschaftsversammlung erklärte, sie entlasse damit die Regierung nicht aus ihrer finanziellen Verantwortung. Sie verlange die Nachzahlung der Lohneinbehalte, die von der Regierung auf Anforderung der Troika aus EU-Kommission, EZB und IWFverfügt worden sind. Sie kämpfe weiter für ein kostenloses öffentliches Gesundheitssystem und werde sich gleichzeitig für den Sturz der Regierung einsetzen.

Sie riefen dazu auf, andere Kliniken ebenfalls zu besetzen und eine breite Einheitsfront über den Gesindheitssektor hinaus gegen die Regierung zu schaffen.

Mehr Infos:
http://en.contrainfo.espiv.net/2012/02/05/kilkis-northern-greece-occupation-and-self-management-of-the-citys-general-hospital-by-the-workers/

http://libcom.org/blog/greek-hospital-now-under-workers-control-05022012

http://efimeridadrasi.blogspot.com/2012/02/blog-post_04.html

Samstag, 7. Januar 2012

More than a dozen Greek trade unionists face prison on Tuesday.

If you're a trade unionist fighting to ensure that workers don't pay the price for the global financial crisis they didn't create, 2012 looks like it will be a challenging year.

On Thursday 24 November 2011, the Greek police arrested Nikos Photopoulos, President of the power workers' union GENOP/DEI, along with more than a dozen of his fellow trade unionists. They will appear in court on Tuesday 10 January 2012 to face charges that could see them jailed for up to five years.

They were protesting against part of the Greek austerity measures - the cutting off of power to people unable to pay a new property tax, levied regardless of income or wealth and added to all electricity bills. The new tax is just the most recent 'austerity' action by the Greek government. The abolition of the national minimum wage and the lowering of employer-paid taxes are next.

Please take a moment to send a message to the Greek Prime Minister in support of the campaign Greek trade union confederation GSEE, which is calling for the charges to be dropped.

Just go HERE to send your message.
http://www.skype.com/intl/en/get-skype/on-your-computer/click-to-call/

And please don't forget to pass this message along to your contacts, and to use your Twitter, Google+ and Facebook accounts to help us get the word out.

Thanks.

Montag, 17. Oktober 2011

Griechenland: mögliche Ausstände im Verkehr, bei Schulen und Behörden

viele wissenswerte Infos:
http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/701563/Griechenland-droht-eine-Woche-mit-massiven-Streiks?_vl_backlink=/home/wirtschaft/international/index.do

Danketsu Blog

Internationale Kurznachrichten zu Arbeits- und Arbeiterkämpfen. Inspiriert von der japanischen Eisenbahnergewerkschaft Doro-Chiba

Danketsu

Das japanische Wort "Danketsu" bedeutet wörterbuchmässig übersetzt "Solidarität". Wie aber so oft hat das japanische Wort in der japanischen Sprache selbst eine noch viel komplexere Bedeutung, etwa im Sinne des Wahlspruchs der 3 Musketiere aus Alexander Dumas Roman: "Einer für alle! Alle für einen!"

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Proteste in Griechenland
+++ weitergeleitet +++ Datum: Thu, 13 Jun 2013...
nemetico - 14. Jun, 14:21

Klassenorientierte Arbeiterbewegung

Die Schaffung und Verbreiterung einer internationalen klassenorientierten Arbeiterbewegung ist ein Ziel der kämpferischen Eisenbahnergewerkschaft Doro-Chiba in Japan. Dies bedeutet unter anderem: (1) Arbeits- und Arbeiterkämpfe dürfen niemals sektoriell, kulturell, ethnisch oder national isoliert und eingegrenzt bleiben. Über alle diese (letztlich künstlichen) Grenzen hinweg muss Solidarität (Danketsu) praktiziert werden. (2) die Gesamt - Interessen aller Menschen, die nur Besitzer blosser Arbeitskraft als Produktionsfaktor sind (60-80% der Bevölkerung etwa in Ländern wie Deutschland oder Japan), also wissenschaftlich formuliert der Klasse des Proletariats, müssen stets im Vordergrund sein. (3) Es ist von einer Unversöhnlichkeit der Interessen von Kapital und Arbeit auszugehen. (4) Es gilt die unmittelbare und direkte Solidarität (Danketsu) zwischen den zahllosen Segmenten dieser Klasse weltweit ständig zu erzeugen und zu verbreitern.

Berliner Solidaritätskomitee mit den Werktätigen in Japan

Am 11.10.2011 riefen 4 Gründungsmitglieder das Berliner Solidaritätskomitee mit den Werktätigen in Japan ins Leben. Ziel des Komitees ist die Schaffung zahlreicher Kontakte zwischen deutschen und japanischen gewerkschaftlichen Aktivisten (wobei gewerkschaftliche Aktivisten keineswegs etwa auf formale Mitglieder von Teilorganisationen etwa des DGB begrenzt ist). Dieser Blog hier (Danketsu-Blog) ist allerdings nicht nur einseitig auf deutsch-japanische Arbeitersolidarität ausgerichtet, sondern nahm von Anfang an auch Kurzmeldungen über Arbeitskämpfe aus anderen Teilen der Welt auf. Damit realisieren wir auch auf beste Weise, was ein zentrales Anliegen der japanischen Doro-Chiba ist: Schaffung einer weltweit miteinander vielfältig vernetzten klassenorientierten Arbeiterbewegung; Danketsu erzeugen und immer weiter verbreitern.

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Meldungen im Danketsu-Blog

Soweit es in unseren Möglichkeiten steht, veröffentlichen wir jede uns bekannt gewordene Meldung über Arbeits- und Arbeiterkämpfe, ohne Rücksicht darauf, von welchen politischen Kräften diese Kämpfe geführt werden. Unser Prinzip heisst Klassensolidarität, also Solidarität aller Menschen, die Besitzer blosser Arbeitskraft sind.

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