Aktionsausschuss 100% S-Bahn

Donnerstag, 1. November 2012

Aufruf zu einer Erklärung der Solidarität mit den Berliner S-Bahner/inn/en

Der Aktionsausschuss 100% S-Bahn, ein Basis-Zusammenschluss von S-Bahner/inn/en, bittet um Unterstützung und Solidarität.
Die beigefügte Unterschriftenliste kann ausgedruckt und verteilt werden.
Wir rufen auf zur breiten Unterstützung der Kolleg/inn/en der Berliner S-Bahn.
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vom Aktionsausschuss 100% S-Bahn
http://aktionsausschuss.blogspot.de/
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Liebe MitstreiterInnen und KollegInnen!

Da die Wut und der Zorn von uns S-BahnerInnen nicht verstummt, nachdem uns der Betriebsrat und die Gewerkschaften bei der Berliner S-Bahn das von uns mit fast 1000 Unterschriften eingeforderte Recht an einer Betriebsversammlung aller S-BahnerInnen während Ihrer Arbeitszeit noch immer verweigert, rufen wir mit einer „Erklärung der Solidarität“ (siehe unten) nun alle GewerkschafterInnen, KollegInnen und UnterstützerInnen auf, uns S-BahnerInnen und unseren Protest gegen die Ausschreibung, Zerschlagung und Privatisierung der Berliner S-Bahn mit ihrem Namen zu unterstützen. Dabei spielt es keine Rolle ob und welcher Gewerkschaft, welchem Betrieb oder welcher Organisation (jedoch keine Nazis) Ihr angehört.

So wollen wir S-BahnerInnen damit nicht nur die Umsetzung unseres Rechtes als Beschäftigte bei unserem Betriebsrat und unseren Gewerkschaften einfordern, sondern gleichzeitig gemeinsam mit jedem von Euch den Widerstand gegen die allein politisch gewollte Ausschreibung, Zerschlagung und Privatisierung der Interessen unserer Fahrgäste und von uns Beschäftigten der Berliner S-Bahn erhöhen!

Vielen Dank für Eure Unterstützung!
Euer Aktionsausschuss 100% S-Bahn

P.S.: Leitet unsere „Erklärung der Solidarität“ an weitere KollegInnen von Euch weiter.
Scannt bitte ausgefüllte Listen ein und schickt sie uns an Aktionsausschuss@googlemail.com zurück.

Erklärung_der_Solidarität als PDF:
http://bronsteyn.files.wordpress.com/2012/11/erklc3a4rung_der_solidaritc3a4t.pdf

Freitag, 19. Oktober 2012

A U F R U F des Komitees zur Unterstützung des Aktionsausschusses 100% S-Bahn

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt hat der Berliner SPD/CDU-Senat im Juni dieses Jahres beschlossen, das Netz der S-Bahn Berlin in drei Teile zu zerschlagen und einzeln auszuschreiben. Das Vergabeverfahren für den S-Bahn-Ring sowie die südöstlichen Teilstrecken soll bereits in diesem Jahr beginnen, die anderen beiden Abschnitte sollen 2014 ausgeschrieben werden. Zur Begründung dieses Schritts wird auf die seit drei Jahren anhaltenden Probleme und Verspätungen im Zugbetrieb verwiesen.

Die Privatisierung öffentlichen Eigentums, die hier als Lösung angeboten wird, ist in Wahrheit die Ursache des Problems: Die S-Bahn Berlin GmbH gehört zu 100% der DB Regio AG, die wiederum eine Tochter der in Bundeseigentum befindlichen Deutsche Bahn AG ist. Auf Betreiben der jeweiligen Bundesregierung wird die DB AG seit dem Antritt des früheren Vorstandsvorsitzenden Hartmut Mehdorn Ende der 1990er Jahre konsequent auf ihren Börsengang vorbereitet. Um die Bahn kapitalmarktfähig zu machen, musste deren Rendite steigen. Die S-Bahnen (Berlin und Hamburg) hatten dies mit einem jährlichen Einsparpotential von 40 Mio. € zu unterstützen. Zu diesem Zweck legten die Unternehmensführungen ab 2002 diverse “Rationalisierungsprogramme” auf. Bei der S-Bahn Berlin GmbH wurden u.a. 132 funktionsfähige S-Bahn-Wagen und Triebwagen verschrottet und damit die Reservekapazitäten vollständig beseitigt, Wartungsintervalle verlängert oder auf Wartungen gänzlich verzichtet, vier Werkstätten geschlossen und das Wartungs- und Instandhaltungspersonal auf rund ein Drittel reduziert. Die Gesamtbelegschaft schmolz von 2005 bis 2009 auf 75% des Ausgangsniveaus (2.769 Beschäftigte) zusammen. Parallel dazu führte die S-Bahn Berlin GmbH von 2002 bis 2008 120 Mio. € Gewinn an den DB-Konzern ab. Hinzu kommen diverse weitere Zahlungen; allein 2008 überwies die S-Bahn insgesamt 416 Mio. € und damit deutlich mehr als die Hälfte ihres Jahresumsatzes an den Mutterkonzern.

Derart kaputtgespart, war der offene Ausbruch der Krise der S-Bahn nur eine Frage der Zeit: Konnte das Management die ca. 3000 ausgefallenen Zugfahrten im Januar 2009 noch mit einem “unvorhergesehenen Kälteeinbruch” erklären, war dies nicht mehr möglich, als am 1. Mai 2009 in Kaulsdorf ein S-Bahn-Zug wegen eines Radreifenbruchs entgleiste. Das Eisenbahn-Bundesamt musste sich einschalten und ordnete an, dass alle nicht fristgerecht gewarteten Züge außer Betrieb zu nehmen sind. In der Folge stellte sich heraus, dass dies auf 75% (!) aller Züge zutraf; von 546 sog. “Viertelzügen” konnten nur 165 weiter fahren. Die Folge waren massive Einschränkungen, die allen S-Bahn-Nutzern noch ungut in Erinnerung sind. Bis heute ist es nicht gelungen, zum Vorkrisenbetrieb zurück zu kehren. Konsequent fortgesetzt wird dagegen die beschäftigten- und fahrgastfeindliche Sparorgie; so sollen ab Ende 2012 nur noch 21 der 166 Bahnhöfe mit Personal besetzt werden. Außerdem wurden seit 2011 zweimal die Fahrpreise erhöht.

Gegen die Ausschreibung und Zerschlagung der Berliner S-Bahn und die weiteren Verschlechterungen, die nach den Erfahrungen mit der ab 2002 praktizierten Einsparpolitik für Belegschaft wie für Bahnkunden als deren Folge zu erwartenden sind haben S-Bahnmitarbeiter den “Aktionsausschuss 100% S-Bahn” gebildet. Der Aktionsausschuss kämpft
“Für 100% S-Bahn —
Gegen die Ausschreibung und Zerschlagung der Berliner S-Bahn —
Für den Erhalt der Arbeitsplätze der S-Bahn-Mitarbeiter!”

Es ist ihm inzwischen gelungen, die Unterschriften von annähernd 1000 Mitarbeitern zu sammeln. Diese 1000 S-Bahner/innen fordern ihren Betriebsrat zur Einberufung einer Betriebsversammlung während der Arbeitszeit auf, die ihnen jedoch bisher von ihrem eigenen Betriebsrat verwehrt wird. Mit der Unterschriftensammlung des Aktionsausschusses haben die S-Bahner/innen in einem ersten Schritt ihren Forderungen Nachdruck verschafft und ein Prozess in Gang gesetzt, der ein wirksames Handeln der Belegschaft mit dem Ziel der Verhinderung der Ausschreibung und Zerschlagung der S-Bahn ermöglicht. Betriebsrat und Gewerkschaft unterstützen dieses Anliegen leider noch nicht ausreichend. Daher haben wir, Berliner und Brandenburger, die sich mit der S-Bahn verbunden fühlen, die Politik der Privatisierung öffentlichen Eigentums ablehnen und das gegen diese Politik gerichtete Handeln betroffener Belegschaften ermutigen wollen das
Komitee zur Unterstützung des Aktionsausschusses 100% S-Bahn gegründet

Wir rufen jeden, der sich mit dem Anliegen der S-Bahner/innen und damit des Aktionsausschusses verbunden fühlt auf, dies durch seine Unterschrift als Unterstützer unter diesen Aufruf zu dokumentieren.

Außerdem suchen wir Mitstreiter, die bereit sind, sich im Komitee als Aktiver zu engagieren. Willkommen ist jeder, der die Forderungen des Aktionsausschusses unterstützt und bereit ist, sich für deren Verwirklichung einzusetzen. Ausgenommen sind nur Menschen mit faschistischem, rassistischem oder ausländerfeindlichem Gedankengut.

Unterstützer und Aktive erreichen das Komitee per Mail unter thomas.winkler1@ewetel.net.

Berlin und Brandenburg, im September 2012

Das Komitee zur Unterstützung des Aktionsausschusses 100% S-Bahn
Erstunterzeichner:

Bonn, Hagen, Erzieher, Bernau

Dr. Brauns, Nick, Historiker und Journalist, Berlin

Breithaupt, Bernd, Arbeiter, Königs Wusterhausen

Drängner, Sven, Bäcker, Eichwalde

Elitog, Yusuf, Ingenieur, Berlin

Elken, Dieter, Rechtsanwalt, Strausberg

Femi, Kaar, Berlin

Knapp, Michael, Student, Berlin

Kreye, Pedro, Blogger, Berlin

Lautermann, Manuel, Mechatroniker, Berlin

Lippold, Peter, Rechtsanwalt, Berlin

Lorenz, Marina, Heilerin, Königs Wusterhausen

Rassmann, Jeanette, Chemikerin, Königs Wusterhausen

Dr. Rassmann, Ulf, Angestellter, Königs Wusterhausen

Schulz, Karin, Ingenieur, Königs Wusterhausen

Schulz, Ralf, Schlosser, Königs Wusterhausen

Treppenhauer, Lutz, Landwirt, Königs Wusterhausen

Urban, Bärbel, Rentnerin, Strausberg

Wenzel, Gerhard, Rentner, Berlin

Winkler, Thomas, Rechtsanwalt, Königs Wusterhausen

Freitag, 17. August 2012

Grenzenlose Solidarität mit unseren Kollegen/innen in Newcastle – DB Regio den Kampf ansagen!

http://aktionsausschuss.blogspot.de/2012/08/grenzenlose-solidaritat-mit.html
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Die Deutsche Bahn AG freut offensichtlich nicht nur der begonnene Prozess der Ausschreibung und Zerschlagung der Berliner S-Bahn, sondern auch der damit einhergehende Prozess des Lohndumpings bei der Berliner S-Bahn. Erfahrungen hat die Deutsche Bahn AG damit bereits im In- und Ausland gesammelt. Die Erfahrungen von uns Beschäftigten der DB hierzulande und die von den Beschäftigten der DB in Großbritannien konnte nun in einem Treffen ausgetauscht werden.

Dabei erfuhren wir von der unternehmerischen Zerschlagungspolitik und dem Lohndumping der DB-Regio in Großbritannien. Ebenso konnten wir unseren britischen Kollegen/innen das Vorgehen der Deutschen Bahn AG hierzulande aufzeigen, damit sie sie in ihren laufenden Arbeitskampf bei der Tyne and Wear Metro in Newcastle gegen die Ausgliederung von Unternehmensbereichen und das Lohndumping der DB-Regio UK einfließen lassen können. Aber auch über mögliche Wege und Mittel, sich erfolgreich gegen die Angriffe der DB zu erwehren, konnte wir über alle Grenzen hinweg diskutieren.

Die DB-Regio UK betreibt nach einer Ausschreibung das Netz und die Züge der Tyne and Wear Metro in Newcastle. Als erste Reaktion gliederte DB-Regio die Fahrzeugreinigung aus dem zuvor bestehenden Unternehmen der Tyne and Wear Metro aus. Zudem reduzierte die DB-Regio das Personal und übernahm die bisherigen Personale zu niedrigeren Löhnen. Die Personale der von der DB-Regio ausgegliederten Reinigung erhalten derzeit den Mindestlohn von 6 Pfund pro Stunde.

Mit mehreren Streiks der RMT und anderen Gewerkschaften, fordern unsere Kollegen/innen in Newcastle derzeit von der DB-Regio eine Lohnerhöhung, um ihre Lohnverluste durch die Ausschreibung wieder auszugleichen. Zudem fordern sie ein Job-Ticket, um als Beschäftigte die Züge der Tyne and Wear Metro wie vor der Ausschreibung kostenlos nutzen zu können. Die Kollegen/innen, der durch die DB-Regio ausgegliederten Reinigung der Metro in Newcastle, sollen jedoch nun ihre Forderungen allein bei der neuen privaten Reinigungsfirma Churchill einfordern. Ohne ihre bisherigen Kollegen/innen aller anderen Bereiche.

Erst ausschreiben, dann zerschlagen und zeitgleich die Löhne drücken. Ein klassisches Beispiel für die Spaltung von uns Beschäftigten mit dem einhergehenden Lohndumping. Im alleinigen Interesse der Unternehmen. Es sind insbesondere staatliche Bahnunternehmen, wie am Beispiel der DB-Regio zu sehen ist. Aber auch im Interesse der Abellio (100% Niederländische Bahn), Keolis (70% französische Staatsbahn), oder Netinera (51% italienische Staatsbahn) an einer Ausschreibung der Berliner S-Bahn. Die europäische Dumpinglohnpolitik wird allein von den gewählten Volksvertretern in der Politik vorangetrieben.

In ihrem Kampf wollen wir, insbesondere als Beschäftigte der Deutschen Bahn AG, unseren Kollegen/innen in Newcastle jede mögliche Unterstützung und Solidarität zukommen lassen. Jeder kann, keiner muss am Beispiel unserer Kollegen/innen in Newcastle erkennen, dass wir uns mit der Ausschreibung bei der Berliner S-Bahn sehr schnell in der gleichen Situation befinden werden, um nach der Zerschlagung der S-Bahn und der damit einhergehenden Spaltung als Belegschaft, um den Erhalt unser Lohn- und Lebensniveau kämpfen müssen. Jede Begleitung einer Ausschreibung und die unserer Arbeitsplätze, bedeutet daher die Begleitung unseres sozialen und finanziellen Abstiegs. So ist die Verhinderung der Ausschreibung, Zerschlagung und Spaltung der S-Bahn und die von uns Beschäftigten zu verhindern, bevor uns deren Auswirkungen schmerzvoll erreichen werden.

Es ist nicht zu übersehen, dass die Frage um den Erhalt unserer Arbeitsplätze und unseres Lohnniveaus bei der Bahn, durch deren Ursache auch eine politischer Frage ist. Wer sich dem entzieht, wird sich ewig und immer wieder nur mit deren Auswirkungen dieser Zerschlagungs- und Dumpinglohnpolitik auf unsere Kosten und die unserer Fahrgäste beschäftigten, ohne dabei das Grundübel anzugehen. Wenn das Kind erstmal in den Brunnen, bzw. unsere Löhne in den Keller gefallen sind, ist es als dann bereits gespaltene und zerschlagene Belegschaft tausendmal schwerer unsere Lohn- und Arbeitsbedingungen wieder zu herzustellen, geschweige denn sie zu verbessern.

http://union-news.co.uk/2012/06/rmt-calls-on-labour-to-back-striking-metro-cleaners/

Freitag, 10. August 2012

Der Aktionsausschuss 100% S.Bahn an die Kollegen

Quelle:
http://aktionsausschuss.blogspot.de/2012/08/einstweilige-verfugung-gegenuns-s.html
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Samstag, 4. August 2012

"EINSTWEILIGE VERFÜGUNG" GEGEN UNS S-BAHNER/INNEN!

Der Betriebsrat der S-Bahn Berlin GmbH hat auf seiner Sitzung am 01.08.2012 die Forderung eines Drittels von uns S-Bahner/innen nicht entsprochen und die zeitnahe Durchführung einer Gesamtbetriebsversammlung abgelehnt. Er tat dies mit dem Argument der "Unverhältnismäßigkeit" einer solchen Versammlung und dem Schaden am Ansehen der S-Bahn. Besser hätte es der Arbeitgeber auch nicht formuliert.

Ob jedem Betriebsratsratsmitglied sein Handeln als gewählter Interessenvertreter wirklich bewusst ist, dies können auch wir Euch nicht beantworten. Die Betriebsratsmehrheit unterstützte jedoch mit ihrem Verhalten gegen eine Gesamtbetriebsversammlung objektiv all jene, die die Ausschreibung wollen!

Die verpflichtende Forderung der fast 1000 Mitarbeiter/innen nach einer Betriebsversammlung wird zwar erfüllt, aber erst am 20. September 2012 als eh geplante und altbekannte Teilversammlung in der Freizeit fast aller Schichtarbeiter. Bis dahin hat der DB Konzern und Berliner Senat in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung der S-Bahn einen weiteren Teil für eine Ausschreibung des S-Bahnverkehrs in ihrem Sinne vorangetrieben. Auch den damit einhergehenden Abbau unserer Arbeitsplätze.

Welche Unverhältnismäßigkeit?

Scheinbar haben einige Betriebsräte vergessen, dass der Arbeitgeber durch fanatische Optimierung, verbunden mit einem rücksichtslosen Stellenabbau, der S-Bahn die Luft zudrückte. Dies wurde auf Kosten von uns Beschäftigten knallhart durchgezogen und gipfelte 2009 darin, dass die Berliner S-Bahn 14 Tage lang nicht auf der Stadtbahn fuhr und auch andere Linien massiv ausgedünnt wurden. War das verhältnismäßig? Wir S-Bahner/innen mussten doch die unverhältnismäßig belastenden Situationen aushalten! Hat uns der Arbeitgeber da gefragt und hat uns da der Betriebsrat vor dem unverhältnismäßigen Handeln des Arbeitgebers und der zu Recht aufgebrachten Fahrgästen geschützt? Wer schützt uns S-Bahner/innen und unsere Fahrgästen nun vor den Folgen einer Ausschreibung und Zerschlagung der Berliner S-Bahn?

Dieses Verhalten der Mehrheit der Mandatsträger im Betriebsrat wird schon jetzt von Kollegen/innen als Vertrauensmissbrauch und Interessenverrat kritisiert. Die Unterwerfung einiger Betriebsräte unter die Vorgaben ihrer Gewerkschaftsfunktionäre, erinnert schon sehr, an die “Ära-Hansen“! Die wenig kämpferischen Gewerkschaftsfunktionäre, die derzeit mit der Politik und dem Arbeitgeber hinter für uns verschlossenen Türen über so genannte „Sozialstandards“ bei der Ausschreibung und Zerschlagung unserer Arbeitsplätze verhandeln, statt sich mit uns, ihren Mitgliedern, mittels unterschiedlichster Arbeitskampfmaßnahmen für den Erhalt von 100% S-Bahn und unseren Arbeitsplätze einzusetzen. Das spiegelt sich nun auch im Handeln der Betriebsratsmehrheit wieder, der lieber den Willen eines Drittels aller S-Bahner/innen für eine Gesamtbetriebsversammlung in den Skat drückt, anstatt gemeinsam mit ihren Kollegen/innen zu kämpfen.

Um welche Interessen geht es?

Der Arbeitgeber fordert uns S-Bahner/innen jeden Tag immer mehr Flexibilität, Arbeitskraft und Freizeit ab, ohne dass unsere Interessen überhaupt noch Berücksichtigung finden. Wollen wir S-Bahner/innen aufgrund der bedrohlichen Situation, durch die Ausschreibung und Zerschlagung unserer Arbeitsplätze, auch nur einen Tag für eine gemeinsame, übergreifende und gesetzlich verbriefte Interessenbekundung aller S-Bahner/innen nutzen, wird sie uns nun von durch uns gewählten Betriebsräten verwehrt. Jeden Tag der nun verstreicht wird uns eine öffentlich wirksame Möglichkeit genommen, um uns gegen die Umsetzung der politischen und unternehmerischen Pläne einer Ausschreibung unserer Arbeitsplätze zu erwehren.

Erwartet wurde, dass der Arbeitgeber mit seiner Rechtsabteilung gegen unser Recht an einer Gesamtbetriebsversammlung aller S-Bahner/innen während der Arbeitszeit gerichtlich vorgeht. Dass jedoch der eigene Betriebsrat und damit auch die eigenen Gewerkschaftsvertreter diese von ihren eigenen Kollegen/innen und Gewerkschaftsmitgliedern eingeforderte Gesamtbetriebsversammlung verhindert, wird bei vielen Beschäftigten und Gewerkschaftsmitgliedern einen sehr bitteren Beigeschmack erzeugen. Aber warum handeln unsere gewählten Interessenvertreter gegen den Willen ihrer eigenen Kollegen/innen und Gewerk­schaftsmitglieder? Agieren sie gar als Handlanger des Arbeitgebers? Fragt sie selber. Vielleicht geben sie Euch eine nachvollziehbare Antwort.

Alle Gründe wurden von der Betriebsratsmehrheit gesucht, warum eine Gesamtbetriebsversammlung nicht stattfinden kann, statt einen Weg zu finden wie die Forderungen der S-Bahner/innen umgesetzt werden können. Einige wenige Betriebsräte sehen den Beschluss der Betriebsratsmehrheit gegen den Willen der eigenen Kollegen/innen als groben Verstoß des Betriebsrates an, werden ihn jedoch als Mehrheitsentscheidung des Betriebsrates respektieren müssen. Die mit dem Beschluss des Betriebsrates hervorgerufene Missachtung der Interessen der S-Bahner/innen jedoch nicht.

Beschwerden, E-Mails und Anrufe!

Diejenigen von Euch, die Ihr mit Eurer Unterschrift die unverzügliche Herbeiführung einer rechtlich geschützten Gesamtbetriebsversammlung aller S-Bahner/innen während der Arbeitszeit gefordert habt und nun eine Stinkwut gegen die Missachtung Eurer Forderungen durch den eigenen Betriebsrat habt, tut es nicht durch Austritte aus Eurer Gewerkschaft, denn so ändert sich nichts an unserer Situation. Empört Euch mit einer Beschwerde an den Betriebsrat und/oder Eurer Gewerkschaft per E-Mail oder einem Anruf. (s-bahn-berlin-betriebsrat@deutschebahn.com / 030297 43907) Dort trefft Ihr auf die die Eure Forderungen missachten, unsere Arbeitsplätze und die Zukunft unserer Familien kampflos mit aufs Spiel setzen.

Solange der Betriebsrat gegen seine eigenen Kollegen/innen agiert, freut sich allein der Arbeitgeber über die Spaltung von uns Beschäftigten. So nutzt er nun das Loch, welches der Betriebsrat mit seiner Entscheidung öffnete, um mit eigenen Veranstaltungen seine Ausschreibungs- und Zerschlagungspolitik unters Volk zu bringen. Erreicht wurde daher nur, dass sich tiefe Gräben der Verachtung und des Misstrauens zum Betriebsrat auftun. Die offenen Türen zu einer offenen und sachlichen Zusammenarbeit von uns S-Bahner/innen mit allen von uns gewählten Betriebsräten wurde zugeschlagen. Jedoch nicht von uns S-Bahner/innen!

Der Kampf geht weiter!

Der „Aktionsausschuss 100% S-Bahn“ hat bereits in der Vergangenheit und wird auch zukünftig gemeinsam mit jeder interessierten Kollegin und jedem interessierten Kollegen über unser Vorgehen als S-Bahner/innen reden, um die Forderungen nach Informationen, einem Ergebnis offenen Meinungsaustausch und der Umsetzung eigener Forderungen nachzukommen. So werden wir Euch wie bisher über alle weiteren Aktionen und Entwicklungen informieren, soweit die freie Meinungsäußerung von uns Beschäftigten bei der S-Bahn Bahn Berlin GmbH nicht behindert wird.

Viele Kolleginnen und Kollegen unterstützen bereits den Kampf um unsere Zukunft. Kollegen/innen der BVG solidarisieren sich mit uns, Kollegen/innen aus der Schweiz und selbst aus Japan haben uns bereits solidarische Grußbotschaften zugesandt. Vertreter aus Städten und Gemeinden im Berliner Umland, Berliner Abgeordnete, Parteien und Organisationen haben uns S-Bahner/innen ihre Solidarität erklärt und uns ihre Unterstützung in unserem Kampf angeboten. Die Mitstreiter/innen vom S-Bahn Tisch stehen bereits seit langem an unserer Seite. Diese aktive Solidarität gilt allein uns S-Bahner/innen!

Euch allen, die Ihr Euch bereits nach Euren Möglichkeiten am übergreifenden Kampf von uns S-Bahner/innen beteiligt, bzw. zukünftig beteiligt, sei Respekt ausgesprochen! Ihr habt den ersten Schritt gemacht, sich gegen die Angriffe der Politiker und Manager zu erwehren. Mit Eurem Willen und der Kraft von uns 3000 S-Bahner/innen, können wir 100% S-Bahn und unsere Arbeitsplätze erhalten. Zu verlieren haben wir dabei nichts, was uns nicht schon längst genommen wurde!

Solidaritätserklärung des Sozialforums Königs Wusterhausen an den Aktionsausschuss 100% S.Bahn

Solidaritätserklärung des Sozialforums Königs Wusterhausen

Liebe Kolleginnen und Kollegen vom Aktionsausschuss „100% S-Bahn“, liebe Kolleginnen und Kollegen der S-Bahn Berlin,

das Sozialforum Königs Wusterhausen sendet Euch solidarische Grüße in Eurem Kampf gegen die Zerschlagung der Berliner S-Bahn!

Der Berliner SPD/CDU-Senat hat am 19. Juni beschlossen, das Netz der S-Bahn Berlin in drei Teile zu zerschlagen und diese Teile dann einzeln auszuschreiben. Das Vergabeverfahren für den S-Bahn-Ring soll bereits in einigen Wochen beginnen, die anderen beiden Abschnitte sollen 2014 ausgeschrieben werden. Zur Begründung dieses Schritts wird auf die seit drei Jahren anhaltenden Probleme und Verspätungen im Zugbetrieb verwiesen.

Was hier als Lösung angeboten wird, ist tatsächlich aber Ursache des Problems: Wegen des vom früheren Bahn-Chef Hartmut Mehdorn angestrebten Börsengangs der Bahn waren die Züge der Tochter S-Bahn über Jahre nur mangelhaft gewartet und auch sonst Personal und Mittel nur unzureichend bereit gestellt worden. Statt nun aber endlich damit aufzuhören, die S-Bahn kaputtzusparen, soll sie - ganz im Sinne der neoliberalen Vorstellungen in Wirtschaft und Politik – zerschlagen werden mit der Konsequenz, dass unsere S-Bahn dann direkt zum Objekt privater Renditeerwartungen wird. Die Folgen werden weiterer Sozialabbau und Arbeitsverdichtung für die Beschäftigten, weniger Bahn, weniger Sicherheit und höhere Preise für die Bahnkunden, mehr Autos auf den Straßen sowie sinkende Attraktivität der Berliner Randgebiete und Umlandgemeinden sein.

Wir bestärken die Kolleginnen und Kollegen des Aktionsausschusses „100%S-Bahn“ und allen anderen bei der S-Bahn beschäftigten Kolleginnen und Kollegen darin, diese Bestrebungen des Senats nicht widerstandslos hinzunehmen. Der Aktionsausschuss und die Beschäftigten der Bahn handeln dabei auch im Interesse der S-Bahn-Kunden. Wir verstehen, dass es zu Auswirkungen auf den S-Bahn-Verkehr kommen wird, wenn Ihr Euch wirksam zur Wehr setzen werdet. Wir werden uns bemühen, unseren Familien, Freunden, Kollegen und vor allem den S-Bahn-Kunden aus Königs Wusterhausen den Sinn Eures Widerstands verständlich zu machen.


Mit solidarischen Grüßen

Königs Wusterhausen, Juli 2012

Das Sozialforum Königs Wusterhausen

Einladung zum Sommerfest

per Mail erhalten
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Hallo Leute!

Hier an Euch die Einladung zum übergreifenden Sommerfest der Eisenbahner/innen aller Betriebe und Bereiche. Ob ODEG, S-Bahn oder DB-Regio, jede Kollegin und jeder Kollege ist, incl. Kind und Kegel, willkommen. Aber auch unsere Kollegen/innen bei der CfM, bei Daimler oder der BVG! Ebenso Eure Freunde und Unterstützer/innen!

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Sommerfest der Eisenbahner/innen

Am 18.08.2012 ab 15 Uhr im BLO-Atelier [ehem. Bw Lichtenberg]
(150m nördlich vom S-Bhf Nöldnerplatz)


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Deine Einladung gegen bittere Schichten und trockene Stullen im Rucksack, findest Du im Anhang. Auch zur Weiterleitung an weitere Kolleginnen und Kollegen (A4) und/oder zum Ausdrucken und Verteilen (A5) geeignet.

WILLKOMMEN ZUM SOMMERFEST der Volksmusik DES WIDERSTANDES GEGEN AUSSCHREIBUNG UND ZERSCHLAGUNG DER BERLINER S-BAHN!

Einen faden Beigeschmack, den gibt es bei der Politik und beim Arbeitgeber!

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Aktionsausschuss.blogspot.com
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Einladung zum Ausdrucken:
DIN A 4
http://bronsteyn.files.wordpress.com/2012/08/sommerfest-rettung-naht-a4.pdf
DIN A 5
http://bronsteyn.files.wordpress.com/2012/08/sommerfest-rettung-naht-a5.pdf

Mittwoch, 25. Juli 2012

AUSSCHREIBUNG UND ZERSCHLAGUNG OHNE AUFTRAG UND GEGEN JEDEN WILLEN!

Die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg lässt ab heute, ohne Auftrag der Bürgerinnen und Bürger, gegen den Willen der S-Bahn Beschäftigten und Fahrgästen, sowie entgegen ihrer eigenen parteipolitischen Beschlüsse, über ihren VBB (Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg) die Berliner S-Bahn ausschreiben und zerschlagen.
...
http://aktionsausschuss.blogspot.de
http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regioline_nt/berlinbrandenburg_nt/article108365769/Verkehrsverbund-schreibt-Teilnetz-der-S-Bahn-aus.html

[ MAHNWACHE ] Mittwoch von 14-16 Uhr Ostkreuz BahnsteigD

http://aktionsausschuss.blogspot.de/2012/06/blog-post.html

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Aktionsausschuss.blogspot.com

Freitag, 13. Juli 2012

Kauft Solidaritäts-T-Shirts!

Soliaktion - Tag-X-Bahn T-shirts
übernommen von:
http://www.netzwerkit.de/Members/ManfredK/berliner-s-bahn/bestellseite
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Netzwerk IT unterstützt die KollegInnen der Berliner S-Bahn, die sich eigenständig organisiert haben, um die geplante Zerschlagung und Privatisierung zu stoppen. Wir übernehmen den Vertrieb der Soli T-shirts. Das gespendete Geld geht zu 100% direkt zu den S-BahnerInnen.

Die Tag-X-Bahn T-shirts gibt es mit dem offiziellen Logo der Kampagen auf weißen sowie auf schwarzen Hintergrund in den Größen S, M, L, XL und XXL.

Mit dem Verkauf der T-shirts zeigt ihr gleich doppelte Solidarität: als Werbeträger im Alltag und aufällige UnterstützerInnen bei Aktionen sowie durch das gespendete Geld. Die T-shirts kosten:

4,50 € für alle Bahner und Erwerbslose 9,00 € für alle Anderen

Gutverdiener dürfen gerne auch mehr spenden. Beim Postversand von Einzelbestellungen fallen zusätzlich 3,50 € Versandkosten an.

Leider können wir nur gegen Vorkasse durch Überweisung auf unser Spendenkonto liefern.

Spendenkonto: Volker Anders

Bank: Postbank

Konto Nr.: 3061411745

BLZ: 70110088

IBAN: DE52701100883061411745

SWIFT BIC Code: PBNK DE FF 701

Gebt bitte als Verwendungszweck "Tag X" an und schickt E-mail an netzwerkit@labournet.info mit Angabe der Lieferadresse, Anzahl, Größe und Farbe der gewünschten T-shirts.

Dienstag, 10. Juli 2012

Berlin: Über 900 S-Bahner/innen für eine erste Gesamtbetriebsversammlung

von:
http://aktionsausschuss.blogspot.de/2012/07/uber900-s-bahnerinnen-fur-eine.html
http://bronsteyn.files.wordpress.com/2012/07/pressemitteilung-25.pdf
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Kolleginnen und Kollegen,

mehr als 900 Mitarbeiter/innen von Euch, d.h. mehr als 25% der Wahlberechtigten bei der S-Bahn Berlin GmbH, sprechen sich, gemäß §44 Betriebsverfassungsgesetz, für die sofortige Herbeiführung einer Betriebsversammlung während ihrer Arbeitszeit aus!

Alle Beschäftigten der Berliner S-Bahn sollen daran teilnehmen können und somit die Möglichkeit erhalten, über die Auswirkungen der drohenden Ausschreibung und in deren Folge über die Zerschlagung der Berliner S-Bahn nicht nur informiert zu werden, sondern auch aktiv über unseren Widerstand gegen diese Politik der Bundesregierung, des Berliner Senats und des DB Konzerns zu diskutieren und Kampfmaßnahmen dagegen zu organisieren!

Der Ausverkauf unsere Arbeitsplätze soll damit verhindert werden, wenn nötig auch durch einen gewerkschaftlich organisierten Streik! Um für 100% S-Bahn und somit auch für das Funktionieren eines öffentlichen Nahverkehrs für uns und unsere Fahrgäste zu kämpfen!

Thema der Betriebsversammlung:
Auswirkungen einer Ausschreibung und Zerschlagung der S-Bahn für uns Beschäftigte und unseren Familien!

Mit Eurer Unterschrift und deren Übergabe an den Betriebsrat der S-Bahn Berlin GmbH, setzen wir uns als S-Bahner/innen für die Umsetzung folgender Forderungen ein:
Für 100% S-Bahn und den Einsatz von allen gewerkschaftlichen Mitteln der EVG und der GDL gegen eine Ausschreibung unserer Arbeitsplätze!
Für 100% S-Bahn mit allen Infrastruktur-, Service-, Wartungs-, Vertriebs- und Instandhaltungsbereichen, sowie dem Fahrbetrieb als Teil der S-Bahn Berlin GmbH!

Für 100% S-Bahn und die volle Wiederherstellung der Berliner S-Bahn durch das Sofortprogramm von S-Bahn Betriebsrat, Gewerkschaften und Aktionsausschuss!

Der S-Bahn Betriebsrat und die Gewerkschaften werden nun durch Eure Unterschriften dazu verpflichtet, diese Betriebsversammlung vorzubereiten und ihre Durchführung zu garantieren. Über den genauen Zeitpunkt der Gesamtbetriebsversammlung werden wir Euch rechtzeitig informieren!

Die Kollegen/innen von Euch, die aufgrund der organisatorischen Schwierigkeiten nicht an der Unterschriftensammlung teilnehmen konnten, können sich jedoch ebenso wie ihre Kollegen/innen im Zuge der Gesamtbetriebsversammlung mit ihrer garantierten Teilnahme dort positionieren.

Zur nächsten Betriebsratssitzung werden wir nun den Antrag zur Herbeiführung der Gesamtbetriebsversammlung zur Beschlussfassung des S-Bahn Betriebsrates einbringen.

Freitag, 29. Juni 2012

Von der Politik ausgeschrieben und zerschlagen, von den Gewerkschaften verkauft und verraten?

Übernahme von:
http://aktionsausschuss.blogspot.de/2012/06/von-der-politik-ausgeschriebenund.html
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Von der Politik ausgeschrieben und zerschlagen,
von den Gewerkschaften verkauft und verraten?

Der politische Beschluss des Berliner Senats für eine Ausschreibung und Zerschlagung der Berliner S-Bahn kann schon als Angriff gegen uns Beschäftigte und unsere Arbeitsplätze angesehen werden. Doch nun gab es einen Angriff auf uns S-Bahner/innen durch Gewerkschaftsfunktionäre und Betriebsräte der EVG und GDL.

In geheimer Runde trafen sich am 24.06.2012 S-Bahn Betriebsräte von EVG und GDL, gemeinsam mit ihren obersten Gewerkschaftssekretären in Berlin, mit Abgeordneten der Piraten-Partei im Berliner Abgeordnetenhaus. Im Betriebsratsbüro (MK3) am Nordbahnhof thematisierten sie den Beschluss des Berliner Senats zur Ausschreibung und Zerschlagung der Berliner S-Bahn.

Als „normale“ S-Bahner/innen ebenfalls an diesem Treffen teilnehmen wollten, wurde ihnen von Mitgliedern des S-Bahn Betriebsrates der Zuggang verwehrt. Diese skandalöse Aussperrung der eigenen Kollegen/innen aus diesem Gespräch über ihre, unser aller Zukunft, war für die Betriebsräte der Liste 6 und 8 nach einem letzten Vermittlungsversuch Grund genug gewesen, dass sie aus Protest an diesem Geheimtreffen der verbliebenen Betriebsräte und den Gewerkschaftsfunktionären nicht teilnahmen.

Was sich am letzten Sonntag hinter den für uns S-Bahner/innen verschlossenen Türen unseres Betriebsrates abspielte, können wir aus den Publikationen der Gewerkschaften entnehmen. Offensichtlich wird der bisher rein politische Beschluss des Berliner Senats von ihnen widerstandslos hingenommen. Gemeinsam mit der Berliner Politik legen sie wohl jetzt nur noch die Bedingungen (Mindestlöhne) für uns S-Bahner/innen bei einer Ausschreibung und Zerschlagung der S-Bahn, hinter ihren für uns verschlossenen Türen, fest.

Im Vorfeld dieses Geheimtreffens gab es bereits Gespräche der Gewerkschaftsfunktionäre mit der Berliner Politik, ohne dass wir Beschäftigte darüber informiert wurden oder gar daran inhaltlich beteiligt waren. So entscheiden die Gewerkschaften und Betriebsräte, von EVG und GDL, über unsere Köpfe hinweg wie unsere Zukunft aussehen wird, ohne dass sie von uns, ihren Mitgliedern und Kollegen/Innen, dafür je einen Auftrag erhalten haben.

Die Abgeordneten der Piraten-Partei hat das Verhalten des S-Bahn Betriebsrates und der Gewerkschaftsfunktionäre irritiert. Von einer Partei, die Transparenz und Öffentlichkeit ihre Politik nennt, sollte man es auch erwarten. Sie luden uns Beschäftigte der S-Bahn und Mitstreiter im Aktionsausschuss 100% S-Bahn als Reaktion auf diesen Affront der Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre zu einem weiteren Gespräch ein.

Zu den Treffen vom “Aktionsausschuss 100% S-Bahn“, jeden Mittwoch um 16 Uhr im Obergeschoss des DB-Casino's “Mediterrano“ Ostbahnhof, sind auf jeden Fall weiterhin alle S-Bahner/innen, aber auch die Abgeordneten im Berliner Abgeordnetenhaus und die Funktionäre und Betriebsräte von EVG und GDL zu einem offenen Dialog über die Zukunft der Berliner S-Bahn und über unsere Zukunft als S-Bahner/innen willkommen.

Danketsu Blog

Internationale Kurznachrichten zu Arbeits- und Arbeiterkämpfen. Inspiriert von der japanischen Eisenbahnergewerkschaft Doro-Chiba

Danketsu

Das japanische Wort "Danketsu" bedeutet wörterbuchmässig übersetzt "Solidarität". Wie aber so oft hat das japanische Wort in der japanischen Sprache selbst eine noch viel komplexere Bedeutung, etwa im Sinne des Wahlspruchs der 3 Musketiere aus Alexander Dumas Roman: "Einer für alle! Alle für einen!"

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Klassenorientierte Arbeiterbewegung

Die Schaffung und Verbreiterung einer internationalen klassenorientierten Arbeiterbewegung ist ein Ziel der kämpferischen Eisenbahnergewerkschaft Doro-Chiba in Japan. Dies bedeutet unter anderem: (1) Arbeits- und Arbeiterkämpfe dürfen niemals sektoriell, kulturell, ethnisch oder national isoliert und eingegrenzt bleiben. Über alle diese (letztlich künstlichen) Grenzen hinweg muss Solidarität (Danketsu) praktiziert werden. (2) die Gesamt - Interessen aller Menschen, die nur Besitzer blosser Arbeitskraft als Produktionsfaktor sind (60-80% der Bevölkerung etwa in Ländern wie Deutschland oder Japan), also wissenschaftlich formuliert der Klasse des Proletariats, müssen stets im Vordergrund sein. (3) Es ist von einer Unversöhnlichkeit der Interessen von Kapital und Arbeit auszugehen. (4) Es gilt die unmittelbare und direkte Solidarität (Danketsu) zwischen den zahllosen Segmenten dieser Klasse weltweit ständig zu erzeugen und zu verbreitern.

Berliner Solidaritätskomitee mit den Werktätigen in Japan

Am 11.10.2011 riefen 4 Gründungsmitglieder das Berliner Solidaritätskomitee mit den Werktätigen in Japan ins Leben. Ziel des Komitees ist die Schaffung zahlreicher Kontakte zwischen deutschen und japanischen gewerkschaftlichen Aktivisten (wobei gewerkschaftliche Aktivisten keineswegs etwa auf formale Mitglieder von Teilorganisationen etwa des DGB begrenzt ist). Dieser Blog hier (Danketsu-Blog) ist allerdings nicht nur einseitig auf deutsch-japanische Arbeitersolidarität ausgerichtet, sondern nahm von Anfang an auch Kurzmeldungen über Arbeitskämpfe aus anderen Teilen der Welt auf. Damit realisieren wir auch auf beste Weise, was ein zentrales Anliegen der japanischen Doro-Chiba ist: Schaffung einer weltweit miteinander vielfältig vernetzten klassenorientierten Arbeiterbewegung; Danketsu erzeugen und immer weiter verbreitern.

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Zuletzt aktualisiert: 10. Jul, 03:08

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Meldungen im Danketsu-Blog

Soweit es in unseren Möglichkeiten steht, veröffentlichen wir jede uns bekannt gewordene Meldung über Arbeits- und Arbeiterkämpfe, ohne Rücksicht darauf, von welchen politischen Kräften diese Kämpfe geführt werden. Unser Prinzip heisst Klassensolidarität, also Solidarität aller Menschen, die Besitzer blosser Arbeitskraft sind.

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