Japan

Donnerstag, 29. März 2012

Die japanische Anti-AKW-Bewegung und das Projekt Gesundheitszentrum in Fukushima

(Zusammenfassender Artikel)
Ein Gesundheitszentrum für die Kinder von Fukushima!

vom Spendensammlungskomitee

Übersetzt vom Internationalen Arbeitersolidaritätskomitee von Doro-Chiba (National Railway Motive Power Union of Chiba)

Wir brauchen Ihre Unterstützung im Kampf um Leben und Gesundheit von 360.000 Kindern aus Fukushima

In Folge der Havarie im AKW Fukushima Daiichi wurden 15.000 Terra-Becquerel Cäsium 137 freigesetzt, was 168 Hiroshima-Bomben entspricht.
Damit ist die Katastrophe von Fukushima noch weitaus gravierender als Tschernobyl.

Flyer zum Downloaden:

https://bronsteyn.files.wordpress.com/2012/03/gesundheitszentrum_fuer_fukushima-kinder.pdf

In 75% der Präfektur Fukushima, in der 360.000 Kinder leben, spielen und lernen, übersteigt die Strahlungsmenge den gesetzlichen Grenzwert für Strahlenschutzkontrollbereiche (Bereiche mit außergewöhnlich intensiver Strahlung) von 0,6 Mikrosievert pro Stunde. Bei den Kindern, die sich während der Havarie in der unmittelbaren Umgebung des Atomkraftwerkes aufhielten, wurde bereits Cäsium 134 und 137 im Urin nachgewiesen. Eine solche Strahlenbelastung, insbesondere bei Aufnahme in den Körper (die innere Strahlung), gefährdet die Gesundheit schwerwiegend. Alle Kinder sollten sofort aus der verstrahlten Zone evakuiert werden.

Die japanische Regierung erkennt das Recht auf Evakuierung und Entschädigung der Menschen aus Fukushima jedoch nicht an. Zu der fehlenden offiziellen Unterstützung kommen finanzielle Schranken der Betroffenen, weshalb die meisten Menschen in Fukushima keine andere Wahl haben, als weiter dort zu leben und die Gesundheit ihrer Kinder weiterhin aufs Spiel zu setzen. Um die Situation zu verharmlosen, werden von der Regierung Experten instrumentalisiert, wie Shunichi YAMASHITA, Vizepräsident der Fukushima Medical University. Mit hanebüchenen Aussagen wie „Strahlendosen von bis zu 100 Millisievert pro Jahr sind unbedenklich“ oder „Die Aufnahme von radioaktiven Stoffen in den Körper ist nicht gesundheitsgefährdend“ wurde das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung vollkommen unterhöhlt.

Um Druck auf die Regierung auszuüben, haben unzählige Mütter aus Fukushima das Ministerium für Erziehung und Wissenschaft aufgesucht und später einen Sitzstreik vor dem Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie begonnen. Gemeinsam mit ihren Unterstützern kämpfen sie für die Zukunft und das Leben ihrer Kinder. 60.000 Atomkraftgegner, die sich am 19. September 2011 im Meiji-Park in Tokyo versammelten, demonstrierten eindrucksvoll die Größe der neuen japanischen Anti-Atomkraft Bewegung.

Diejenigen, die gezwungen sind, weiter in Fukushima zu leben, haben aber den Supergau vor ihrer Tür, und müssen sich täglich damit auseinandersetzen. Sie brauchen dringend eine Spezialklinik, um ihre Gesundheit zu schützen, und wo sie gleichzeitig einen Ort der Zuflucht finden.

Seit März 2011 wird es hingenommen, dass die Kinder von Fukushima tagtäglich radioaktiver Strahlung ausgesetzt sind, was nicht nur körperliche, sondern auch psychische Schäden verursacht. Dekontaminierung kann den Müttern ihre Ängste nicht nehmen, und in der Fukushima Medical University etwa werden die Kinder wie Versuchskaninchen behandelt. Die Menschen in Fukushima brauchen einen Ort, wo sie ernst genommen werden, wenn sie Fragen stellen wie „Wurde diese Krankheit durch die radioaktive Verseuchung verursacht?“ Ein unabhängiges Gesundheitszentrum, wo sie jederzeit hingehen und um Rat fragen können, würde ihnen Sicherheit geben und Mut machen.

Bei Kindern aus Tschernobyl wurden durch Strahlenschäden die verschiedensten Krankheiten verursacht, darunter geschwollene Schilddrüsen, hormonelle Abnormitäten, Blutarmut (Anämie), Kopfschmerzen, verminderte Herz-und Lungenfunktionen, schwaches Immunsystem, beschleunigte Alterung und Krebs.

Für eine effektive Hilfeleistung sind innovative Methoden gefragt, welche über die Grenzen der gegenwärtigen Schulmedizin hinausgehen.

In dem Gesundheitszentrum soll insbesondere Krankheitsvorbeugung geleistet werden. Sie soll jedoch nicht nur ein Ort der medizinischen Betreuung sein, sondern ein universelles Gesundheitszentrum, wo alternative Medizin gefördert wird, welche die natürlichen Heilungskräfte anregt. Ziel ist eine „Revolution des Alltags“ in der Ernährungsweise und allen anderen Bereichen des täglichen Lebens.

Ein solches Projekt ist eine große Herausforderung.
Doch mit internationaler Zusammenarbeit können wir es realisieren.

Unsere Idee wurde inspiriert von den Opfern der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki.
Auch ihre gesundheitlichen Folgen der Strahlenschäden wurden weitestgehend ignoriert. Unter dem Slogan „Gebt die Menschenleben zurück!“ erkämpften sie sich ihr Recht auf Gesundheit, und nahmen ihre medizinische Betreuung selbst in die Hand.

Als Ergebnis entstand die Koyo Daiichi Klinik in Hiroshima. Um das Jahr 1970 herum häuften sich Fälle von Blutkrebs (Leukämie) bei Atombomben-opfern der 2. Generation, d.h. bei den Kindern der Menschen, die der radioaktiven Strahlung der Atombomben direkt ausgesetzt waren. Dieser Schock mobilisierte die Betroffenen und mündete in der Gründung der Koyo Daiichi Klinik, wo sie seit 1972 zuverlässige ärztliche Betreuung sowie einen Ort der Zuflucht finden..

Nobuko KONISHI, Mitglied der Konföderation der Atom-und Wasserstoffbomben-Opfer (Hidankyo) und eine der Hauptinitiatoren der Koyo Daiichi Klinik, bezeichnet diese als „Fenster zur Seele der japanischen Atombombenopfer“. Kenzaburo OE, ein bekannter japanischer Schriftsteller, der ebenfalls an der Realisierung des Projekts beteiligt war, beschrieb die Klinik in einer Zeitung mit den Worten: „Ich verstehe diesen Ort als eine Verschmelzung von medizinischen und pädagogischen Inhalten, mit dem Ziel des Lebens, des Überlebens“. Seit nunmehr 40 Jahren ist die Koyo Daiichi Klinik ein Ort, der dasÜberleben vieler Menschen sichert und ihnen gleichzeitig Zuflucht bietet.

Jetzt kämpfen die Menschen in Fukushima um ihr Überleben, und brauchen eine solche Klinik. Mit den vereinten Kräften von japanischen Ärzten und medizinischen Institutionen und mit internationaler Solidarität können wir diese Vision realisieren.
Unsere Kinder sollen ohne Angst vor radioaktiver Strahlung unsere Zukunft aufbauen können! Mit der neuen Klinik wollen wir einen Ort der Begegnung schaffen, wo jeder um Rat fragen kann und Hilfe bekommt. Sie soll ein Symbol dafür sein, dass wir die Verantwortung für unsere Gesundheit wieder selbst in die Hand nehmen. Sie soll gleichzeitig eine Stätte des Gedenkens werden, die uns mahnt: Alle AKWs abschalten und rückbauen, sofort! Für eine Welt ohne AKWs und Kernwaffen!

Dieser weltweite Solidaritätsaufruf richtet sich an alle, die unser Vorhaben finanziell oder anderswie unterstützen wollen. Helft uns, eine Klinik und einen Ort der Zuflucht für 360.000 Kinder von Fukushima zu schaffen!

1. Dezember 2011

Liste der Initiatoren:

Aus Fukushima

Kazuhiko SEINO, Ehemaliger Präsident der Lehrergewerkschaft der Präfektur Fukushima
Sachiko SATO, Vorsitzende einer NPO
Chieko SHIINA, Organisatorin des Protestzeltdorfs vor dem japanischen Wirtschaftsministerium
Koichi HASHIMOTO, Generalsekretär des Kokuro-Regionalverbandes “Koriyama-Fabrik”
(Kokuro=National Railway Workers’ Union)
Junko ICHIKAWA, Vorsitzende der “Amalgamierten Gewerkschaft Fukushima”
Nobuo SASAKI, Emeritierter Professor der “Sakuranoseibo Kurzzeituniversität”
Koichiro SUZUKI, Milchbauer, “Netzwerk Yui-Fukushima”
Kaoru WATANABE, Vorsitzender des “Netzwerks der Gewerkschaften der Präfektur Fukushima”

Ärzte

Ryojun YOSHIDA, Direktor der “Hiroshima-Koyo-Daiichi-Klinik” [Die Klinik für die Überlebenden der Atombombe]
Yoshihiko SUGII, Direktor der “Motomachi-Klinik”
Hiroto MATSUE, Direktor des “Beratungszentrums für Krebserkrankungen”
Tetsuro YOSHIMOTO, Direktor der “Kumadecho-Klinik”
Michimasa SUEMITSU, Direktor des “Medizinischen Zentrums Yaokita”, Stadtrat in Yao
Yukihiko FUSE, Arzt im “Tatebayashi-Wohlfahrtskrankenhaus”

PayPal Konto für Spende:
PayPal Konto: bleve21@gmail.com
Kontoinhaber: YAMAMOTO Hiroyuki,
Geschäftsführer des Internationalen Arbeitersolidaritätskomitees von Doro-Chiba
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Interview: Die japanische Anti-AKW-Bewegung und das Projekt Gesundheitszentrum in Fukushima
Ein Radio-Interview von Radio-Z (Nürnberg) mit Nobuo Manabe, dem Sprecher des Internationalen Arbeitersolidaritätskomitees von Doro-Chiba.
Doro-Chiba ist eine kämpferische und klassenorientierte Eisenbahner-Gewerkschaft in der Prefektur Chiba / Japan (östlich von Tokio).
Doro-Chiba ist als Gewerkschaft nicht nur Vorkämpferin gegen die Privatisierung der Japanischen Staatsbahn, gegen Zeitarbeit, Outsourcing und Prekarisierung, sondern auch aktiv für die Abschaltung aller Atomkraftwerke weltweit.
In Japan hat sich seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima eine immer breiter werdende Bewegung gegen die Atomkraftwerke gebildet. Eine besonders aktive Rolle spielt die „Nationalkonferenz für die sofortige Abschaltung aller Atomkraftwerde“ (NAZEN).
Nobuo Manabe beantwortet Fragen der Interviewerin von Radio-Z zur Haltung des AKW-Betreibers TEPCO, der Regierung und von ihr abhängiger Wissenschaftler, zum Stand der Anti-AKW-Bewegung in Japan und zum Projekt eines alternativen Gesundheitszentrums in der Katastrophenregion Fukushima.
Die Eisenbahner von Doro-Chiba unterstützen das genannte Projekt energisch und rufen zur weltweiten Solidarität mit diesem Vorhaben auf.
Video:

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Es ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass das Projekt Gesundheitszentrum Fukushima kein rein karitatives Projekt ist, da es von den kämpferischsten Sektoren im japanischen Klassenkampf vorangetrieben wird. Doro-Chiba initiierte nach dem 11.3.2011 (Tsunami und Fukushima-SuperGAU) die ersten Anti-AKW-Demonstrationen in Tokio und organisierte auch eine „Arbeiterhilfe“ für die betroffene Region. Am Jahrestag des SuperGAU versammelten sich an die 20000 Menschen im Stadion von Fukushima zum Protest.

Die Beteiligung an dieser internationalen Kampagne ermöglicht jeder Gruppe, die sich dafür entscheidet, an ganz durchschnittliche Kolleginnen und Kollegen im Umfeld, an Nachbarn, Angehörige usw. heranzutreten und um Unterstützung für dieses politische karitative Projekt zu werben und für alle damit zusammenhängende Themen zu sensibilisieren.
Kontaktadresse mit dem Internationalen Arbeitersolidaritätskomitee (IASK) von Doro-Chiba:
doro-chiba-international-de[at]auone.jp

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Weitere Videos
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Sitzstreik der Frauen von Fukushima vor dem Wirtschaftsministerium METI

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erste grosse Kundgebung gegen AKW am 20.11.2011 in Tokio (7 Tage nach dem SuperGAU)

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11.3.2012 in Fukushima

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Fukushima: Botschaft der Arbeiter aus Japan im Juli 2011

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mehr Videos auf den Kanälen:
http://www.youtube.com/user/ZenshinSokuhou
http://www.youtube.com/user/dugonghouse2009
http://www.youtube.com/user/MrDoraneko55
http://www.youtube.com/user/BBronsteyn=======
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siehe auch:

http://fukushima.twoday.net/
http://danketsu.twoday.net
http://japankomitee.wordpress.com
http://nazen.info/ (japanisch, aber mit vielen Fotos)

Sonntag, 11. März 2012

Kundgebung in Wien: Ein Jahr nach Fukushima

Kurzbericht von der Kundgebung

Am 11. März führte das Solidaritätskomitee vor der japanischen Botschaft eine Kundgebung “Ein Jahr nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima” durch. Bei Regen, Windböen und Kälte fand sich nur eine kleine Gruppe solidarisch gesinnter Menschen Ecke Hessgasse/Schottenring ein, um der Opfer der Reaktorkatastrophe zu gedenken, für die Unterstützung des Projekts einer selbstverwalteten Kinderklinik in Fukushima zu werben, die Stilllegung aller AKWs zu fordern und die Verantwortlichen für die Katastrophen von Fukshima, Tschernobyl, Three Miles Island etc. beim Namen zu nennen.

Bei der Begrüßung wies Kurt Lhotzky vom Solidaritätskomitee mit Bedauern auf die kleine Teilnehmerzahl hin. Es sei schade, dass Solidarität offenbar für manche eine “Schönwetterangelegenheit” sei. Jene, die sich trotzdem der nicht gerade freundlichen Witterung aussetzten, könnten sich so sicher viel plastischer die Situation jener 160.000 Menschen vorstellen, die aus der “Zone” evakuiert worden waren und in Zeltstädten, Notunterkünften oder Schulen untergebracht wurden, und davon viele jetzt schon ein Jahr lang.

Nach der Präsentation des Komitees wurde eine Grußbotschaft von NAZEN, gelesen von Shiori MATSUMURO, einer Sekretärin von Nazen, eingespielt (alle Grußbotschaften am Ende des Artikels zum Downloaden!) In der Erklärung heißt es unter anderem:

“Heute betrauern die Menschen in Japan jene 20.000 Toten, die in dieser schlimmsten Katastrophe umgekommen sind. Dennoch: hier gibt es offensichtlich zwei verschiedene Formen der Trauer, in ihrem Charakter nach wesentlich anders sind: Zum einen die Trauer der Menschen über den Verlust ihrer unersetzlichen Familienmitglieder und Freunde. Die andere ist eine Zeremonie, die von Regierungs durchgeführt wird. Das ist nichts anderes als ein Affront gegen das Volk, um ihre Verbrechen zu bemänteln und ihrer Verantwortung zu entkommen, indem sie sogar den Kaiser dazu mobilisieren. Sie schreien: ‘Kämpft nicht am Tag der Trauer’ um die Wut der Leute zu unterdrücken. Wir werden uns trotzdem in ganz Japan zu zornigen Demonstrationen erheben, einschließlich und zu allererst in Fukushima (Kohriyama city). Die Trauer der Menschen in den betroffenen Regionen ist so tief, und die Bereitschaft groß, ihren Ärger in einer Aktion gegen diese schamlose Bande Krimineller, die sich aus ihrer Verantwortung fortstehlen wollen, Luft zu machen (…)

Bei der Abschaltung der Reaktoren von Fukushima Daiichi wurde eine große Anzahl irregulär beschäftigter Arbeiter, die durch benachteiligende Maßnahmen dazu gewzungen wurden, der Strahlung ausgesetzt. Die Regierung und das Kapital reproduzieren immer wieder eine Struktur, die die Arbeiter spaltet und deren Leben zu einer verfügbaren Ware für ihre Profite macht. Darüber hinaus zielen sie im Namen der „Wirtschaftserholung“ oder des Wiederaufbaus auf eine Reduzierung der Mindestlöhne der Arbeiter in den betroffenen Gebieten und auf die Privatisierung der Wasserversorgung, von Strassen, Schulen und der Kommunaleinrichtungen ab Weiters benutzen sie die Menschen in Fukushima als Versuchskaninchen, um Hersteller von medizinischen Geräten und Pharmafirmen aus der ganzen Welt anzulocken.”

Eine Erklärung von Arbeiteresperantisten der SAT aus Japan, Korea und Taiwan, die verlesen wurde, betont ebenfalls den internationalen Charakter der Proteste zum Jahrestag von Fukushima:
“Wir wollen euch unsere Solidarität und Dankbarkeit für euer “Solidaritätskomitee mit den Werktätigen in Japan” übermitteln, das gegen Kernkraft, für Solidarität mit den japanischen Arbeitern und die Unterstützung der Errichtung einer Kinderklinik in Fukushima eintritt.
Am 10. und 11. März stehen in verschiedenen Teilen Japans hunderttausende Menschen auf und protestieren gegen Atomkraftwerke. In Korea demonstrieren am 10. März Menschen in Seoul und Busan unter der Parole “Eine atomfreie Welt für Kinder“.

Aber die japanische Regierung will jene Reaktoren wieder in Betrieb nehmen, die nach dem Unfall in Fukushima heruntergefahren wurden. Die Regierung beabsichtigt ferner, ein Atomkraftwerk nach Vietnam zu exportieren. Die koreanischen und taiwanesischen Regierungen befürworten die Atomkraft und bauen neue Kernkraftwerke.

Arbeiter und Menschen auf der ganzen Welt, kämpft solidarisch für die Stilllegung der Kernkraftwerke!

Weg mit allen Atomkraftwerken weltweit!

Es lebe die Einheit der Werktätigen und der Völker in Österreich, Korea, Taiwan und Japan!”

Die Kundgebung schloss mit der Internationale (eingespielt auf japanisch).

Anhang: Die Grußbotschaften von NAZEN und den SAT-Mitglieder in Japan, Korea und Taiwan

Solidarity message from Japan(j)
http://japankomitee.files.wordpress.com/2012/03/solidarity-message-from-japanj1.pdf
Solidarity message from Japan(e)
http://japankomitee.files.wordpress.com/2012/03/solidarity-message-from-japane1.pdf
Solidarity message from Japan(d)
http://japankomitee.files.wordpress.com/2012/03/solidarity-message-from-japand1.pdf
sat_grußbotschaft
http://japankomitee.files.wordpress.com/2012/03/sat_gruc39fbotschaft1.pdf

Fotos folgen, ein Videozusammenschnitt der Kundgebung erscheint demnächst auf Labournet – ein Link folgt.
Quelle: http://japankomitee.wordpress.com/kundgebung-ein-jahr-nach-fukushima/

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Solidaritätsgrüsse aus Deutschland

5.11.2011

Reisebilder aus Japan und Korea

Ein Mitarbeiter des Berliner Forums Betrieb, Gewerkschaft, Soziale Bewegung unterwegs in Japan und Korea bei Doro-Chiba (Japan) und KCTU (Korea).

Samstag, 15. Oktober 2011

Kurzmeldungen aus Japan

Miiteilung vom Internationalen Arbeitersolidaritätskomitee von Doro-Chiba (IASK-DC):
Wir haben in Tokio am 14. Oktober nacheinander 2 Kaempfe gekaempft.
(1) Protestaktion gegen Ito-Chu Grosskapital in der Solidaritaet mit ILWU Local21
(2) Protestaktion gegen die philippinische Botschaft in der Solidaritaet mit PALEA

Mit Fotos:
http://bronsteyn.wordpress.com/2011/10/15/erfolgreiche-soli-aktionen-von-doro-chiba-in-tokio/
siehe auch:
http://danketsu.twoday.net/topics/USA%3A+ILWU+Local+21/
http://danketsu.twoday.net/stories/erfolgreiche-aktion-von-doro-chiba-fuer-palea-philippinen/
http://danketsu.twoday.net/stories/doro-chiba-solidarisiert-sich-mit-den-philippinschen-kollegen-von-pale/
http://danketsu.twoday.net/stories/dringender-appell-zur-solidaritaet-mit-der-gewerkschaft-der-flughafena/
http://www.marxismus-online.eu/display/dyn/en/x6d16e4a0-f623-11e0-bfc7-db7709b5921d/content.html
Ausserdem:
Der zweite Streik von Doro-Mito(der erste war am 8.) am 13. Oktober war ganz erfolgreich.
Die JR Zugbetreibergesellschaft in Mito wollte, dass die Arbeiter am 13. Oktober den hochatomverseuchten Zug K544 reinigen, inspektieren und reparieren.
Aber das konnte sie nicht durchsetzen. Ihr Versuch ist am Streik von Doro-Mito gescheitert!

Mit Fotos:
http://bronsteyn.wordpress.com/2011/10/15/arbeitskampf-von-doro-mito-erfolgreich/
Der hochverseuchte Zug:

Streik:

siehe auch:
http://danketsu.twoday.net/stories/heisser-zug/
http://danketsu.twoday.net/stories/solidaritaet-mit-den-eisenbahnern-von-doro-mito/
http://www.marxismus-online.eu/display/dyn/x1e7d1fc0-f62e-11e0-b82f-ef8f0677fd34/content.html

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Internationale Mailkampagne für die Kundgebung am 6.11. in Tokio

Der Kollege Nobuo vom Internationalen Arbeitersolidaritätskomitee von Doro Chiba (IASK-DC) führt derzeit mit Unterstützung des Berliner Solidaritätskomitees mit den Werktätigen in Japan eine Mailkampagne zur Unterstützung der Arbeiterversammlung am 6.November 2011 in Japan durch.
Der Kollege schreibt:
Die Versammlung der kritischer Lehrer am 23. September war sehr erfolgreich.
Mehr als 100 Lehrer waren dabei(im Anhang). Die Fuehrung der FTU(Fukushima Teachers Union) nahm auch daran teil. Die Versammlung hat beschlossen, die repressiven Massnahmen der Praefekturverwaltung zu bekaempfen und der Bevoelkerung von Fukushima mit allen Mitteln wirklich zu helfen. Jetzt ist
von der Gruendung eines neuen Krankenhauses, das wirklich fuer die Kinder von Fukushima arbeitet und wo kritische Aerzte* aus ganz Japan (zm Teil freiwillig) zusammen arbeiten koennen, ist die Rede.

* Viele regierungsfreundliche Aerzte und Wissenschaftler sagen jetzt, dass die Werte bis zu 100MiliSV der Radioaktivitaet pro Jahr kein Problem sei oder sprechen von so einem Quatsch wie "Lachen und laecheln, das kann die Schaeden der Radioaktivitaet drastisch vermindern".
Nun habe ich heute erneut eine kleine aber ernsthafte Bitte an euch.
Wie ihr schon wahrscheinlich wisst, ist in Japan eine neue Regierung der DP (Demokratische Partei) zustande gekommen. Diese Noda Regierung will die wegen der regelmaessigen Inspektion und Wartung zeitlweise stillgelegten
all AKWs (mehr als 60% der 54 AKWs) eins nach dem anderen wieder laufen lassen.

Sie ist auch sehr scharf darauf, die japanischen AKWs weltweit zu exportieren.

Trotz des Supergaus in Fukushima im Maerz will sie in solche katastrohpale Richtung voranmarschieren, natürlich voll unterstuetzt von der Finanzwelt.
Das ist nicht zu zulassen. Wir, die Doro-Chiba Stroemung sind scharf dagegen und will diese verzweifelten Versuche der Regierung Arm in Arm mit Arbeitern , Bauern, Fischern, Muettern und Vaetern usw. unbedingt stoppen.

In diesem Kontext wollen wir eine Grosskundgebung am 6. November in Tokio veranstalten.

Würdet ihr so nett sein, dass ihr unsere Veranstaltung geistig und seelisch unterstützen koenntet?

In Deutschland ist die Anti-AKW-Bewegung so gross und stark, dass sie endlich die Bundesregierung von Frau Merkel zwang, auf die AKWs zu vezichten.

Wenn wir in Japan viele unterstützende Stimmen aus Deutschland bekommen, dann fühlen wir die Macht der internationalen Solidaritaet und bekommen erneut Kampfkraft und können unsere Bewegung weiter vorwärtsbringen.
Besonders die Leute in Fukushima werden sicher ausserordentlich froh sein und stark ermuntert werden.

In diesem Sinne: Koenntet ihr uns bitte helfen? Wir brauchen moeglichst viele solcher "Soli-Erklaerungen" und eure "Soli-Erklaerungen" bitte an mich zurueckschicken!

*Mit der Teilnahme von Doro-Chiba haben wir im August eine neue
Anti-AKW-Organisation namens NAZEN (Nationalkonferenz für die sofortige Abschaffung aller Atomkraftwerke) gegruendet. Am 10. Oktober werden wir NAZEN-Fukushima(Regionalverband) gruenden.

Ausserdem: Bitte diese meine Email an alle weiterleiten, die es interessieren koennte!
Vielen Dank im voraus!
Hoch die internationale Solidaritaet!

Solidarische Gruesse,

Tigerman

PS1: "Pseudonyme oder Kuerzel sind (wenn notwendig oder erforderlich) auch moeglich" Email-Adresse ist auch nicht unbedingt noetig.
PS2: Wenn noetig, dann bitte das englische Formular benutzen!
PS3: siehe 2 Kurze Filme über die Anti-AKW-Grosskundgebungen am 11. und 19. September mit englischen Untertiteln

http://youtu.be/SposUB9c26s

http://youtu.be/hlH-t2XGCr0


Die Mailadresse des IASK-DC ist:
doro-chiba-international-de@auone.jp
Eine deutschsprachige einfache Vorlage für eine Soli-Erklärung befindet sich downloadfähig hier:
http://www.marxismus-online.eu/display/dyn/xca587ae0-f37e-11e0-9141-8991bbe74436/root/downloads/japan/unterschriftsformular-6-nov-demo.doc
Eine englischsprachige einfache Vorlage für eine Soli-Erklärung befindet sich downloadfähig hier:
http://www.marxismus-online.eu/display/dyn/xca587ae0-f37e-11e0-9141-8991bbe74436/root/downloads/japan/endorsement-form-nov-6-rally.doc
Nähere Informationen zu NAZEN:
http://www.marxismus-online.eu/display/dyn/xca587ae0-f37e-11e0-9141-8991bbe74436/content.html

Heisser Zug

Hot Train! Don’t Touch It!
Doro-Mito Strikes Against Highly Radioactive Trains and Rails.
On Octobere 8, rail workers of Doro-Mito, a sister union of Doro-Chiba, have started a strick at Katsuta Car Center (a repair and inspection work) against re-opening of the track from Hisanohama Station to Hirono Station, which is still highly contaminated by radioactive fallout from Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant. http://www.youtube.com/watch?v=yvxscUDKLXA
As shown in the map below, Hirono is located within the 25 km (15.5 miles) radius of Fukushima Daiichi.
On October 3, the Japan Railway East Company announced that the track between Hisanohama Stn and Hirono Stn would be re-opened on October 10.
On September 30, the Noda Administration lifted the evacuation directive to communities within a radius of 20 and 30 kilometers from the Fukushima plant (children and pregnant women were to stay away and all others to prepare to evacuate in the event of an emergency). This lifting was meant to downplay the danger of radioactive fallout and reduce liability of TEPCO.
Immediately after the lifting of the evacuation directive of the government, the JR Company announced re-opening of the railroad operation to Hirono. The JR is now spearheading the outrageous re-launching of nuclear power plants around Japan, despite never ending catastrophe in Fukushima and seismic and other dangers in all areas of Japanese Archipelago.
Furthermore the JR Company states that decontamination of cars, tracks and other facilities is not necessary.
After the long battle of Doro-Mito that demanded measurement of radioactive doses in the workplaces, the Company reluctantly began to measure the doses: the track between Suetsugi Station and Hirono Station showed 0.82 micro Sievert per hour. However, the Company insists that the area considered safe by the government ought to be safe.
On top of it, the Company are now transferring the trains left in Hirono Station since the 3/11 earthquake to the Katsuta Car Center. The trains are undoubtedly contaminated by huge amount of radioactive fallout. It decided to coerce workers there to repair these contaminated trains and use them as commuter trains in Joban Line. It is outrageous forced exposure of repair and maintenance workers, train crews and passengers.
The strike of Doro-Mito is a life and death battle. The members picketing in front of Katsuta shouted, “Stop re-opening of Joban-Line to Hirono!” “Stop transfer of trains from Hirono!” “Stop nuclear exposing work!” “De-contaminate!” “Stop outsourcing of repair and maintenance jobs”
At the same time, Doro-Mito is organizing International Workers Rally Against Nuclear Power and Against Unemployment held on November 6 in Tokyo.

siehe auch:
http://danketsu.twoday.net/stories/solidaritaet-mit-den-eisenbahnern-von-doro-mito/

Solidarität mit den Eisenbahnern von Doro-Mito!

Die Eisenbahnergewerkschaft Doro-Mito wird am 13. Oktober einen ganztägigen Streik kaempfen, weil nun die in Fukushima hoch radioaktiv verseuchten Züge einfach nach Mito kommen und dort wie gewohnt repariert und gewartet werden sollen. Das ist aber mörderisch für die dort tätigen Arbeiter!
Bislang haben die japanische Regierung und die Betreibergesellschaft TEPCO die durch die radioaktiven Emissionen sowohl gegenüber der von der Reaktorkatastrophe unmittelbar betroffenen Bevölkerung von Fukushima als auch gegenüber der gesamten Bevölkerung Japans systematisch heruntergespielt. So wurden einfach die Grenzwerte für radioaktive Belastung teilweise um das 20Fache nach oben definiert.
Wie schon im Fall der „Wegwerfarbeiter“, die als unterbezahlte Leiharbeiter (oft handelt es sich dabei um Obdachlose) die Aufräumarbeiten im Katastrophenreaktor unter unzureichenden Schutzmaßnahmen und oft ohne wirkliche Information über die Gefahren durchführen mussten, so wird nun Leben und Gesundheit der Eisenbahner aufs Spiel gesetzt.
Doro-Mito ist eine mit Doro-Chiba eng verbundene, sehr kleine Eisenbahnergewerkschaft in der Prefektur Ibaraki.
Der Streik der Kollegen dieser sehr kleinen Gewerkschaft zeugt von grossem Mut, der Respekt verdient.

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Soli-Erklärung an Doro-Mito


Liebe Kollegen,

vom Internationalen Arbeitersolidaritätskomitee von Doro-Chiba haben wir von eurem geplanten Streik am 13. Oktober erfahren. Ihr habt unsere ganze und ungeteilte Unterstützung und wir wünschen euch gutes Gelingen.
Gern möchten wir auch eure Gewerkschaft und euren Streik in Deutschland bekannt machen.

Hoch die internationale Solidarität!
Danketsu! Ganbaro!

Berlin, 11.10.2011

Berliner Solidaritätskomitee mit den japanischen Werktätigen

Danketsu Blog

Internationale Kurznachrichten zu Arbeits- und Arbeiterkämpfen. Inspiriert von der japanischen Eisenbahnergewerkschaft Doro-Chiba

Danketsu

Das japanische Wort "Danketsu" bedeutet wörterbuchmässig übersetzt "Solidarität". Wie aber so oft hat das japanische Wort in der japanischen Sprache selbst eine noch viel komplexere Bedeutung, etwa im Sinne des Wahlspruchs der 3 Musketiere aus Alexander Dumas Roman: "Einer für alle! Alle für einen!"

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Solidarität mit...
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Reza Shahabi zu 6 Jahren...
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Dieter Elken - 19. Apr, 10:47
Erklärung zum 66....
Das Zentralkomitee von Doro Chiba hat auf seinem 66....
B.I.Bronsteyn - 12. Apr, 20:26

Klassenorientierte Arbeiterbewegung

Die Schaffung und Verbreiterung einer internationalen klassenorientierten Arbeiterbewegung ist ein Ziel der kämpferischen Eisenbahnergewerkschaft Doro-Chiba in Japan. Dies bedeutet unter anderem: (1) Arbeits- und Arbeiterkämpfe dürfen niemals sektoriell, kulturell, ethnisch oder national isoliert und eingegrenzt bleiben. Über alle diese (letztlich künstlichen) Grenzen hinweg muss Solidarität (Danketsu) praktiziert werden. (2) die Gesamt - Interessen aller Menschen, die nur Besitzer blosser Arbeitskraft als Produktionsfaktor sind (60-80% der Bevölkerung etwa in Ländern wie Deutschland oder Japan), also wissenschaftlich formuliert der Klasse des Proletariats, müssen stets im Vordergrund sein. (3) Es ist von einer Unversöhnlichkeit der Interessen von Kapital und Arbeit auszugehen. (4) Es gilt die unmittelbare und direkte Solidarität (Danketsu) zwischen den zahllosen Segmenten dieser Klasse weltweit ständig zu erzeugen und zu verbreitern.

Berliner Solidaritätskomitee mit den Werktätigen in Japan

Am 11.10.2011 riefen 4 Gründungsmitglieder das Berliner Solidaritätskomitee mit den Werktätigen in Japan ins Leben. Ziel des Komitees ist die Schaffung zahlreicher Kontakte zwischen deutschen und japanischen gewerkschaftlichen Aktivisten (wobei gewerkschaftliche Aktivisten keineswegs etwa auf formale Mitglieder von Teilorganisationen etwa des DGB begrenzt ist). Dieser Blog hier (Danketsu-Blog) ist allerdings nicht nur einseitig auf deutsch-japanische Arbeitersolidarität ausgerichtet, sondern nahm von Anfang an auch Kurzmeldungen über Arbeitskämpfe aus anderen Teilen der Welt auf. Damit realisieren wir auch auf beste Weise, was ein zentrales Anliegen der japanischen Doro-Chiba ist: Schaffung einer weltweit miteinander vielfältig vernetzten klassenorientierten Arbeiterbewegung; Danketsu erzeugen und immer weiter verbreitern.

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Soweit es in unseren Möglichkeiten steht, veröffentlichen wir jede uns bekannt gewordene Meldung über Arbeits- und Arbeiterkämpfe, ohne Rücksicht darauf, von welchen politischen Kräften diese Kämpfe geführt werden. Unser Prinzip heisst Klassensolidarität, also Solidarität aller Menschen, die Besitzer blosser Arbeitskraft sind.

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