Montag, 27. Februar 2012

Offener Brief an den Regierenden Bürgermeister von Berlin zur Teil-Ausschreibung der Berliner S-Bahn

Sehr geehrter Herr Wowereit,

wir wenden uns an Sie, den Regierenden Bürgermeister von Berlin, in Sorge um unsere Arbeitsplätze, in Sorge um unsere Zukunft und die unserer Familien.

Wir, das ist der „Aktionsausschuss 100% S-Bahn“, legitimiert durch unsere Kollegen, die mit ihren Unterschriften die Gründung dieser, ihrer Interessenvertretung initiiert haben.

Wir wissen, dass Sie als Regierender Bürgermeister hohe Verantwortung für diese Stadt, ihre Bürger und Gäste tragen. Ein verlässlicher, öffentlicher Personennahverkehr ist unabdingbar für die Metropole Berlins und somit Teil Ihrer Verantwortung.

Dem Koalitionsvertrag zwischen Ihrer Partei, der SPD, und der CDU entnehmen wir, dass beabsichtigt ist Teilabschnitte der Berliner S-Bahn auszuschreiben, um einerseits den bestmöglichen Betreiber für einen hochwertigen S-Bahnbetrieb zu finden und andererseits Kosten für das Land Berlin einzusparen.

Voraussetzung für einen „diskriminierungsfreien Zugang“ anderer Betreiber zur Berliner S-Bahn ist zunächst die Trennung von Netz und Betrieb. Mit dieser strikten Trennung hätte jedoch kein zukünftiger Betreiber Einflussmöglichkeit auf die Netzinfrastruktur. Das Fehlen von Weichen, Abstellanlagen und Zugtauschmöglichkeiten wirkt sich bereits heute negativ auf den Betrieb aus.

Das Management der Berliner S-Bahn hat im Auftrag des DB Konzerns das S-Bahnnetz bereits in drei Teilnetze (Ring, Stadtbahn und Nord/Süd) aufgeteilt. Der Fahrbetrieb wurde organisatorisch in eine relativ eigenständige Organisationseinheit aufstellt und deren Mitarbeiter dispositiv den Teilnetzen ebenso zu geordnet, wie auch die Fahrzeugflotte.

Faktisch ist dies ein vorweggenommener „Wettbewerb“ und die Herstellung eines eigenständigen Eisenbahnverkehrsunternehmens innerhalb der bestehenden Strukturen der S-Bahn. Unsere praktische Erfahrungen belegen schon jetzt, dass sowohl im Regelbetrieb wie aber vor allem im Störungsfalle das Leitungs- und Störungsmanagement schwerfälliger reagiert. Der ganzheitliche Betrieb der S-Bahn ist somit kaum möglich. Ebenso ist dieser notwendige einheitliche Prozess unter den Bedingungen verschiedener Betreiber, die dazu auch noch in Konkurrenz zu einander stehen, nicht herstellbar.

Die Berliner S-Bahn, das sind aber auch wir, die Mitarbeiter in den Werkstätten, Stellwerken, Führerständen und auf den Bahnsteigen, die zumeist Bürger dieser Stadt sind.

Ganze Familien sind bei der Berliner S-Bahn beschäftigt, oft über Generationen hinweg. Wir sind gerne S-Bahner und sind uns unsere Verantwortung für den öffentlichen Nahverkehr und den Puls dieser Stadt bewusst. Wir sind wie eine große Familie, in der man die persönlichen Interessen hinter das Wohl der Gemeinschaft anstellt, damit die Bahnen auch in der Nacht, an Sonn- und Feiertagen durch unsere Stadt fahren.

Wir und unsere Familien gewährleisten den Betrieb der Berliner S-Bahn:
Unsere Großeltern, hielten in den Jahren des Krieges den Verkehr aufrechter; unsere Eltern machten in den schweren Jahren der Nachkriegszeit die S-Bahn wieder zu einem Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs und wir, die heutige Generation, brachten nach dem Fall der Mauer die Berliner wieder zusammen.

Wir sind es, die schon einmal miterleben mussten, wie die S-Bahn in den Jahren 2008/2009 durch Arbeitsplatzabbau, Arbeitsverdichtung und Optimierung renditeorientiert ausgerichtet werden sollte, bis zu deren totalem Zusammenbruch.

Wir sind es, die, nachdem die alte Geschäftsführung sich der Verantwortung entzogen hat, mit all unserem Wissen und Können und mit hoher Einsatzbereitschaft, unter Zurückstellung persönlicher Interessen die S-Bahn wieder flott gemacht haben.

Wir sind es, die in den Wintern 2009/10 und 2010/11, als die Geschäftsführung anscheinend den Betrieb schon aufgegeben hatte, unsere S-Bahn „am Rollen“ hielten.

Von unseren Fahrgästen, den Bürger dieser Stadt, wissen wir, dass sie unser Engagement und unsere Einsatzbereitschaft zu würdigen wissen.

Wir wenden uns an Sie, den stellvertretender Bundesvorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, die Leistungen unserer Kolleginnen und Kollegen entsprechend zu gewichten und nicht Teil eines Wettbewerbes werden zu lassen, der zu großen Teilen nur über die Lohnkosten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geführt wird.

Hochachtungsvoll

Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter,
S-Bahnerinnen und S-Bahner
vom Aktionsausschuss 100% S-Bahn

http://Aktionsausschuss.blogspot.com
Aktionsausschuss@googlemail.com

„Heute Griechenland, morgen wir – Nein, zu Merkels Spardiktat!“

Aktuelle Meldung des ver.di Bezirks Berlin:
Aufruf zur Protestkundgebung vor dem Bundestag:

Hiermit rufen wir alle Kolleg/innen auf, sich an der Protestkundgebung am 27.02.2012 um 14.30 Uhr an der Ebertstr/Scheidemannstr.
(direkt vor dem Bundestag) gegen die Verabschiedung der so genannten Griechenlandhilfe in einer Sondersitzung des Deutschen Bundestages zu beteiligen.

Mit beigefügten Flugblatt des ver.di Bezirks Berlin werden sich Kolleginnen und Kollegen an der Kundgebung beteiligen.
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Am 27. Februar 2012 will die Regierung Merkel in einer Eilabstimmung das zweite Griechenland-Paket durch den Bundestag bringen, d. h. weitere Milliarden staatlicher Gelder für die Rettung von Banken und Investmentfonds gewährleisten.
Das griechische Volk wird dagegen unter dem Diktat der Troika aus EU, EZB und IWF und von der griechischen Regierung zu einem historisch einmaligen sozialem Verelendungsprogramm verurteilt.
In diesem Zusammenhang erinnern wir an den Beschluss des 3. ver.di Bundeskongresses, der vom 18. bis zum 24. September 2011 stattfand:
"Der Bundeskongress lehnt es ab, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Rentnerinnen und Rentner sowie Arbeitslose die Zeche der großen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise zahlen. (. . .)
Der Bundeskongress verurteilt die Sparauflagen für die südeuropäischen Schuldnerstaaten und fordert ihre Rücknahme.
Er fordert die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, sich für ein sofortiges Ende der ökonomisch und sozial schädlichen Sparpolitik in den Schuldnerländern einzusetzen.“

Im März wird über den beliebig erweiterbaren Rettungsschirm ESM im Bundestag abgestimmt, mit dem der Fiskalpakt verbunden ist. Der ESM soll „dauerhaft“ „fresh money“ für die Rettung der Spekulationsgewinne garantieren – und ist faktisch jeglicher parlamentarischen Kontrolle und damit demokratischer Legitimation entzogen.
Nur die Länder, die den Fiskalpakt ratifiziert haben, können den ESM-Rettungsschirm in Anspruch nehmen. Er gibt den EU-Institutionen weitere Eingriffsrechte in die öffentlichen Haushalte. Die nationale Souveränität und Demokratie werden weiter ausgehöhlt.

Nach Berechnungen des DGB bedeutet der von allen Euro-Staaten zwingend geforderte Schulden- und Defizitabbau für Deutschland zusätzliche Sparmaßnahmen von 30 Mrd. Euro pro Jahr.
Das hat Finanzminister Schäuble veranlasst, sofort ein weiteres noch drastischeres Sparpaket in alle drei sozialen Sicherungssystemen zu fordern: beim Gesundheitsfonds sowie bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung.
Ebenfalls im Namen der Schuldenbremse, der „leeren Kassen“, sprechen die öffentlichen Arbeitgeber den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst das Recht auf die Forderung nach „kräftigen Reallohnerhöhung“ ab – und das nach jahrelangem Reallohnverzicht.
Zu Recht warnt Claus Matecki, DGB-Vorstandsmitglied: „Die Schuldenbremse wird zu einer kommunalen Schuldenfalle, sie wird dazu führen, dass große Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge nicht mehr aufrechterhalten werden können“.
Tatsächlich sind die Auflagen der Troika aus EU, EZB und IWF ein Frontalangriff auf alle arbeitenden Menschen und Völker Europas.

Solidarität mit dem griechischen Volk heißt für uns:
Nein zum Sozialkahlschlag gegen das griechische Volk,
Nein zu ESM und Fiskalpakt.

V.i.S.d.P. ver.di Berlin, Roland Tremper; Köpenicker Str. 30; 10179 Berlin

Der Skandal – Pflegehelferin in Erzwingungshaft

Presseerklärung des Komitees „Solidarität mit Angelika-​Maria Konietz­ko“ v. 20.​2.​2012

Der Skandal – Pflegehelferin in Erzwingungshaft

Die Pflegehelferin Angelika-​Maria Konietzko kritisierte an ihrem Arbeits­platz Bedingungen, die eine verantwortungsbewusste Pflege unmöglich machen und wehrte sich dagegen, wirtschaftlich und moralisch ausge­nutzt zu werden. Sie handelte im Interesse aller, die im Alter als Pflegebe­dürftige menschenwürdig behandelt werden wollen. Doch nach einer Serie von Arbeitsgerichtsprozessen, die sich von 2007 bis heute erstre­cken, droht ihr nun am 28.2. die Erzwingungshaft. Das ist empörend und muss abgewendet werden.

Untragbare Zustände bei der Hauskrankenpflege Berlin Mitte HS GmbH

Frau Konietzko nahm im Jahr 2001 eine Arbeit bei der heutigen Hauskran­kenpflege Berlin Mitte HS GmbH als Pfleghelferin auf. Sie hatte Nachtwa­chendienste in einer Demenz-​WG. Obwohl der Arbeitgeber in seiner ei­genen Werbung und auch gegenüber seinen Vertragspartnern, den Be­treuer/innen , den Pflegeverbänden und dem Bezirk angab, er leiste eine 24-​stündige Betreuung der Senior/innen, verfasste er Arbeitsverträge für seine Mitarbeiter/innen, die lediglich einen Bereitschaftsdienst vorsa­hen, der natürlich wesentlich schlechter bezahlt war. Auch hatten die nächtlichen Dienste immer wieder Pflegeaufgaben zu übernehmen, für die sie nicht ausgebildet waren und die ihnen aufgrund mangelnder fachlicher Eignung auch verboten waren. Hätten die Mitarbeiter/innen lediglich den in ihren Arbeitsverträgen vorgesehen Bereitschaftsdienst getan, hätte dies zu gesundheitlichen Schädigungen der Bewohner/innen und in der Folge auch zu strafrechtlichen Konsequenzen wegen Verletzung der Auf­sichtspflicht führen können.
Frau Konietzko hat sich zuerst darüber bei ihren Vorgesetzen beschwert. Als das keinerlei Erfolg hatte, suchte sie Hilfe beim Arbeitsgericht. Denn statt ihr verantwortliches Auftreten zu honorieren beantwortete ihr Arbeit­geber ihre Beschwerden mit Mobbing und Abmahnungen.

Allseitige Unterstützung

Auf Initiative von Angelika Konietzko hat die Senatsverwaltung die Heim­personalverordnung so geändert, dass in Zukunft zwingend vorgeschrie­ben wird, dass in jeder betreuten Wohnung zu jeder und Tages-​ und Nachtzeit Personal anwesend ist. Der zuständige Sozialstadtrat und stell­vertretende Bezirksbürgermeister Stefan von Dassel stimmt der Kritik der Pflegehelferin an den Zuständen in der HKP Berlin Mitte voll und ganz zu. Auch von den Interessenverbänden der Pflege wie „Pflege in Not“ und dem „Pflege-​Selbsthilfe-​Verbands“ (SHV) erhält sie starken Rückhalt.

Desinteressierte Richter?

Seit fast fünf Jahren steht Angelika Konietzko nun mit ihrem Arbeitgeber vor Gericht. Sie streitet um die Aufhebung der nach wie vor nicht rechts­kräftigen Kündigung, um eine Entschädigung und ihre Rehabilitierung. Und sie möchte, dass die Hauskrankenpflege Berlin Mitte HS GmbH und ihr Anwalt gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden. Die inzwischen aufgrund der eingetretenen psychischen Dauerbelastungen auf Zeit früh verrentete gelernte Hauswirtschafterin ist auch empört darüber, dass sich die Berliner Arbeitsrichter in den Verfahren nicht wirklich für die konkrete Situation an ihrem Arbeitsplatz interessiert haben. Sie entschieden nach weitgehend formellen Kriterien und saßen den Täuschungen des Arbeitge­bers auf.

Was jetzt zu tun ist?

Alles hat Grenzen. Frau Konietzko wurde extrem abgestraft für Handlun­gen, die eigentlich vorbildlich sein sollten. Jetzt soll sie dafür auch noch zahlen. Sie hat deshalb entschieden, als Zeichen des Protests gegen den Umgang mit ihr und den Problemen der Pflegebedürftigen, die eidesstattli­che Erklärung über ihre soziale Lage abzulehnen und die ihr dann drohen­de Haft anzutreten.
• Wir fordern die gerichtliche Aufsichtsbehörde auf, die Einweisung in die Erzwingungshaft für Frau Konietzko zurückzuziehen und die sachlichen Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme des Verfahrens zu prüfen.
• Der Sozialstadtrat des Bezirks Mitte muss einen Musterprozess für die Rückzahlung unrechtmäßig angeeigneter Gelder von der HSK Mitte einlei­ten.

Am Montag 27.2. werden wir um 11 Uhr im attac-​Treff, Grünbergerstr. 24 (Friedrichshain), eine Infostunde für Presse-​ und Medienverantwortli­che durchführen. Über Ihr Kommen würden wir uns freuen.

Mehr Infos erhalten Sie von Frau Konietzko, ihren Anwälten, den Mitglie­dern des Komitees sowie über unsere Website http://​konietzko.​blogsport.​de/​

Solidaritätskomitee Angelika-​Maria Konietzko
Berlin, 20.​2.​2012

http://konietzko.blogsport.de/

Mittwoch, 22. Februar 2012

Niederlande: Gebäudereiniger streiken seit mehr als 30 Tagen

In den Niederlanden streiken seit mehr als 30 Tagen Tausende in der Gewerkschaft FNV Bondenoten organisierte Gebäudereiniger. Sie kämpfen um öffentliche Aufmerksamkeit, gegen ihre „Unsichtbarkeit“. Sie fordern mehr Respekt für ihre Arbeit und höhere Löhne, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und mehr Sicherheit am Arbeitsplatz. Sie kämpfen mit der Parole „Es ist sauber genug!“ .
Die Arbeitgeber, nicht zuletzt die Großkonzerne wie Philips, ING, Ministerien und Bildungseinrichtungen drängen dagegen auf immer schlechtere Bedingungen für die Dienstleister der Gebäudereinigerbranche. Philips plant z.B., die Ausgaben für die Gebäudereinigung um 1,3 Millionen Euro zu kürzen.

UNI Global Union, ein Dachverband für Dienstleister, der 900 Gewerkschaften mit über 20 Millionen Beschäftigten repräsentiert, ruft zu Solidarität auf: Hier kann man sich beteiligen:
http://www.labourstart.org/cgi-bin/solidarityforever/show_campaign.cgi?c=1254

Montag, 20. Februar 2012

jw 17.02.12 - Streik: Hunderte Flüge gestrichen Frankfurt am Main: Airportbetreiber fordert Arbeitskampfverbot

Der Streik der Vorfeldbeschäftigten am Frankfurter Flughafen hat am Donnerstag für Chaos im deutschen Luftverkehr gesorgt. Trotz der Ankündigung eines Streikbrechereinsatzes fielen die meisten Flüge aus. Die Lufthansa hatte schon vor Beginn des Ausstands über 100 Starts und Landungen annulliert. Die Passagiere dieser Maschinen und die von Air Berlin konnten kostenlos auf Züge der Deutschen Bahn ausweichen. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hatte zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Sie vertritt rund 190 der 200 Angestellten, die für das Manövrieren der Flugzeuge zwischen den Start- und Landebahnen und den Parkpositionen verantwortlich sind. Die Beschäftigten verlangen, daß ihre Bezahlung innerhalb von vier Jahren an das Niveau in München und Berlin angeglichen wird. Das entspricht dem Schlichterspruch des früheren Hamburger Bürgermeisters Ole von Beust (CDU). Der Flughafenbetreiber Fraport will sich für die Gehaltsanpassung dagegen mehr Zeit lassen.

Die GdF hatte den Streik zunächst bis gestern abend um 22 Uhr (nach jW-Redaktionsschluß) befristet. Für den Fall, daß Fraport bis dahin nicht einlenkt, wollen die Vorfeldbeschäftigten am heutigen Freitag erneut in den Ausstand treten – von acht bis 22 Uhr. Wegen der angekündigten Streikausweitung warf der Flughafenbetreiber der Gewerkschaft eine kompromißlose und egoistische Haltung vor. »Wir bedauern sehr, daß die GdF ihre Rolle als Gewerkschaft einer kleinen Beschäftigtengruppe in dieser Weise ausnutzt. Wir fühlen uns erpreßt«, sagte ein Fraport-Sprecher. Die Forderungen seien maßlos. Man behalte sich vor, nötigenfalls das Arbeitsgericht anzurufen, um die GdF zu stoppen.

Fraport verlangte vor diesem Hintergrund eine Gesetzesänderung zugunsten der Tarifeinheit. »Wir müssen zurück zu dem Grundsatz: ein Betrieb, ein Tarifvertrag«, sagte Fraport-Arbeitsdirektor Herbert Mai laut Focus online. Berufsgruppengewerkschaften wie die GdF seien schädlich für den sozialen Frieden. Dem schloß sich Klaus-Peter Siegloch vom Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) an. Auch der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, forderte wegen des ökonomischen Schadens, Spartengewerkschaften das Streikrecht abzuerkennen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hatte die Gesetzesinitiative bis Mitte letzten Jahres mitgetragen.

(dapd/jW)

Übernommen von
http://www.jungewelt.de/2012/02-17/052.php

Solidarität mit Raouf Ghali - in Deutschland gekündigt nach Kandidatur für verfassunggebende Versammlung Tunesiens

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

wie wir erfahren haben, wurde unserem Kollegen Raouf Ghali am 27.12.2011 von seinem Arbeitgeber Institut Dr. Förster gekündigt. Schon in einem Gespräch zuvor war er mit sofortiger Wirkung bis zum 29.2.2012 (das ist auch der Kündigungstermin) von seiner Arbeit freigestellt.

Viele von uns kennen ihn, denn unter anderem in der lebendigen Informationsveranstaltung von ver.di, Zukunftsforum, Freundschafts- und Solidaritätsverein und anderen am 11.2.2011 im Stuttgarter Gewerkschaftshaus berichtete er vor zahlreichen solidarischen Kolleginnen und Kollegen über die dramatischen Ereignisse der tunesischen Revolution. Kollege Raouf Ghali war dann bei der ersten demokratischen Wahl in Tunesien Kandidat für die verfassungsgebende Versammlung für tunesische Wähler in Deutschland.

Kurz nach der Wahl wurde Kollege Raouf zunächst freigestellt und ihm die Aufhebung des Arbeitsverhältnisses „angeboten“. Nachdem er dies abgelehnt hatte, folgte die Entlassung. Der Arbeitgeber gab mündlich als Grund an, dass der Kollege Ghali angeblich nicht die geforderte Leistung bringe, obwohl der Arbeitgeber

- ihn nach 11 Monaten Beschäftigung als Leiharbeiter und 1-jähriger Unterbrechung angerufen und ihm eine Festanstellung angeboten hat.

- ihn nach 6-monatiger Probezeit fest einstellte, ihm eine positive Leistungsbewertung und 8,75% Leistungszulage gewährte.

- er keinerlei Abmahnung erhielt und zu Überstunden herangezogen wurde.

Wir fordern alle Kolleginnen und Kollegen auf, Raouf Ghali solidarisch zu unterstützen.

Wichtig ist, ihm beim 1. Termin vor dem Arbeitsgericht Reutlingen am 1. März 2012 um 11:40 Uhr (Zi. 006) den Rücken zu stärken und zu kommen!

Bitte macht den Fall bekannt und verbreitert die Solidarität!

Jürgen Peters

(Betriebsrat WMF Geislingen)

Donnerstag, 16. Februar 2012

Erfolgreicher Streik im jordanischen Phosphatbergbau

Nach einem dreitägigen Streik setzten die Arbeiter im jordanischen Phosphatbergbau rückwirkend Lohnerhöhungen und strukturelle Verbesserungen der Beschäftigtenstruktur durch. Bis Ende 2013 werden sich die Löhne verdoppelt haben. Vereinbart wurde außerdem, daß Zeitarbeiter, die über die nötige Qualifikation verfügen, Festanstellungsverträge erhalten sollen. Zudem sollen die Beschäftigungsbedingungen der prekär Beschäftigten verbessert werden.

Quelle:
Phosphate workers end strike after deal with management by Muath Freij, Jordan Times
http://www.zawya.com/story.cfm/sidZAWYA20120215050217

Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben angekündigt

Am Sonnaben, dem 18.02.12 werden bei der BVB zwischen 4 und 19 Uhr Warnstreiks stattfinden. Die Arbeitgeber hatten in der letzten Verhandlungsrunde ein unzureichendes Angebot vorgelegt. verdi hatte eine Forderung präsentiert, die im Falle ihrer Realisierung außer dem fälligen Inflationsausgleich eine bescheidene Reallohnerhöhung brächte.

Mehr Infos:
http://www.neues-deutschland.de/artikel/218634.stillstand-bei-der-bvg.html

Montag, 6. Februar 2012

Klinikpersonal in Kilkis/Nordgriechenland beschließt Krankenhausübernahme unter Arbeiterkontrolle

Die Ärzte, Schwestern, Pfleger und das andere Personal des Allgemeinen Krankenhauses von Kilkis/Griechenland haben auf einer Belegschaftsversammlung der Klinik in einer Entschließung erklärt, daß die Probleme des Nationalen Gesundheitssystems (ESY) Folgeprobleme der neoliberalen Globalisierung und der durch sie inspirierten arbeiterfeinlichen Politik der Regierung sind und daher nicht durch immer neue spezifische Forderungen aus dem Gesundheitssektor gelöst werden können. Notwendig sei eine umfassende Antwort. Sie beantworteteten deshalb die Regierungspolitik mit einer Klinikbesetzung und der Übernahme des Krankenhauses in Arbeiterkontrolle und in vollständige Selbstverwaltung. Die Beschäftigtenversammlung wird das höchste beschlußfassende Organ sein.

Die Belegschaftsversammlung erklärte, sie entlasse damit die Regierung nicht aus ihrer finanziellen Verantwortung. Sie verlange die Nachzahlung der Lohneinbehalte, die von der Regierung auf Anforderung der Troika aus EU-Kommission, EZB und IWFverfügt worden sind. Sie kämpfe weiter für ein kostenloses öffentliches Gesundheitssystem und werde sich gleichzeitig für den Sturz der Regierung einsetzen.

Sie riefen dazu auf, andere Kliniken ebenfalls zu besetzen und eine breite Einheitsfront über den Gesindheitssektor hinaus gegen die Regierung zu schaffen.

Mehr Infos:
http://en.contrainfo.espiv.net/2012/02/05/kilkis-northern-greece-occupation-and-self-management-of-the-citys-general-hospital-by-the-workers/

http://libcom.org/blog/greek-hospital-now-under-workers-control-05022012

http://efimeridadrasi.blogspot.com/2012/02/blog-post_04.html

Dienstag, 31. Januar 2012

Generalstreik! Belgien stand still

Historischer Generalstreik gegen Sparpolitik

In den boersennews schreibt Paul Tudor Jones:

In *Belgien* legte am Montag der erste Generalstreik seit fast 20 Jahren weite Teile des öffentlichen Lebens lahm. Auch die Privatwirtschaft war betroffen.
Gerichtet war der historische Ausstand gegen das milliardenschwere Sparprogramm
der belgischen Regierung um den sozialistischen Premierminister Elio Di Rupo.

Mehr:

http://www.boersennews.de/nachrichten/thema/belgien-historischer-generalstreik-gegen-sparpolitik/458711?utm_campaign=mailsolution&utm_medium=email&utm_source=newsletter

Weitere Infos:
- Artikel und Texte bei Labournet zum Streik in Belgien
- Tageszeitung junge Welt (jW) vom 31.01.2012: „EU den Weg versperrt“:
http://www.jungewelt.de/2012/01-31/053.php?sstr=Belgien

Mittwoch, 25. Januar 2012

Siedlung von Obdachlosen und landlosen Bauern in Brasilien von der Riot Police gestürmt

http://auroranews.twoday.net/stories/pinheirinho-von-der-riot-police-gestuermt-tote-und-verletzte/
siehe auch:
http://auroranews.twoday.net/stories/solidaritaet-mit-den-obdachlosen-und-landlosen-von-pinheirinho-in-bras/

Samstag, 21. Januar 2012

Solidarität mit den Obdachlosen und Landlosen von Pinheirinho in Brasilien!

Internationale Solidarität mit dem Widerstandskampf der Obdachlosen und Landlosen von Pinheirinho in Brasilien
INTERNATIONALE SOLIDARITÄT GEFRAGT:
Protestiert gegen die Zwangsräumung von Pinheirinho!
Die Landbesetzung von Pinheirinho ist gleichbedeutend mit dem Kampf für anständige Wohnungen in Brasilien!
http://auroranews.twoday.net/stories/solidaritaet-mit-den-obdachlosen-und-landlosen-von-pinheirinho-in-bras/

Danketsu Blog

Internationale Kurznachrichten zu Arbeits- und Arbeiterkämpfen. Inspiriert von der japanischen Eisenbahnergewerkschaft Doro-Chiba

Danketsu

Das japanische Wort "Danketsu" bedeutet wörterbuchmässig übersetzt "Solidarität". Wie aber so oft hat das japanische Wort in der japanischen Sprache selbst eine noch viel komplexere Bedeutung, etwa im Sinne des Wahlspruchs der 3 Musketiere aus Alexander Dumas Roman: "Einer für alle! Alle für einen!"

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nemetico - 24. Jun, 13:28
Proteste in Griechenland
+++ weitergeleitet +++ Datum: Thu, 13 Jun 2013...
nemetico - 14. Jun, 14:21

Klassenorientierte Arbeiterbewegung

Die Schaffung und Verbreiterung einer internationalen klassenorientierten Arbeiterbewegung ist ein Ziel der kämpferischen Eisenbahnergewerkschaft Doro-Chiba in Japan. Dies bedeutet unter anderem: (1) Arbeits- und Arbeiterkämpfe dürfen niemals sektoriell, kulturell, ethnisch oder national isoliert und eingegrenzt bleiben. Über alle diese (letztlich künstlichen) Grenzen hinweg muss Solidarität (Danketsu) praktiziert werden. (2) die Gesamt - Interessen aller Menschen, die nur Besitzer blosser Arbeitskraft als Produktionsfaktor sind (60-80% der Bevölkerung etwa in Ländern wie Deutschland oder Japan), also wissenschaftlich formuliert der Klasse des Proletariats, müssen stets im Vordergrund sein. (3) Es ist von einer Unversöhnlichkeit der Interessen von Kapital und Arbeit auszugehen. (4) Es gilt die unmittelbare und direkte Solidarität (Danketsu) zwischen den zahllosen Segmenten dieser Klasse weltweit ständig zu erzeugen und zu verbreitern.

Berliner Solidaritätskomitee mit den Werktätigen in Japan

Am 11.10.2011 riefen 4 Gründungsmitglieder das Berliner Solidaritätskomitee mit den Werktätigen in Japan ins Leben. Ziel des Komitees ist die Schaffung zahlreicher Kontakte zwischen deutschen und japanischen gewerkschaftlichen Aktivisten (wobei gewerkschaftliche Aktivisten keineswegs etwa auf formale Mitglieder von Teilorganisationen etwa des DGB begrenzt ist). Dieser Blog hier (Danketsu-Blog) ist allerdings nicht nur einseitig auf deutsch-japanische Arbeitersolidarität ausgerichtet, sondern nahm von Anfang an auch Kurzmeldungen über Arbeitskämpfe aus anderen Teilen der Welt auf. Damit realisieren wir auch auf beste Weise, was ein zentrales Anliegen der japanischen Doro-Chiba ist: Schaffung einer weltweit miteinander vielfältig vernetzten klassenorientierten Arbeiterbewegung; Danketsu erzeugen und immer weiter verbreitern.

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Zuletzt aktualisiert: 10. Jul, 03:08

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Web Counter-Modul (seit 12.10.2011)

Meldungen im Danketsu-Blog

Soweit es in unseren Möglichkeiten steht, veröffentlichen wir jede uns bekannt gewordene Meldung über Arbeits- und Arbeiterkämpfe, ohne Rücksicht darauf, von welchen politischen Kräften diese Kämpfe geführt werden. Unser Prinzip heisst Klassensolidarität, also Solidarität aller Menschen, die Besitzer blosser Arbeitskraft sind.

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